382
Prüfung der Rohseide.
Verhaltens beim Abspulen, welche Operation den Übergang zu der weiterenVerarbeitung des Rohseidenfadens bildet. Die Zahl der Risse, das Gewichtdes Abfalls und die grösste zulässige Geschwindigkeit beim Spulen dienenals Anhaltspunkte für die Beurteilung. Es ist Brauch, dass man beim Ver-kauf der Rohseiden die Anzahl von Spulen (tavelles) angiebt, welche voneiner massig geübten Arbeiterin festgestellt werden kann; je grösserdiese Zahl, desto regelmässiger, fester und elastischer ist die betreffendeGrege.
In neuerer Zeit wurde von Serrell eine selbstthätige Vorrichtung zurRegistrierung der Dicke und der Fehler eines Rohseidenfadens konstruiert,die zugleich die Auffindung und die Aufzeichnung von Unregelmässigkeitenbesorgt und aus diesem Grunde einen äusserst zuverlässigen Kontrollapparatbildet. Der Grundgedanke dieser Vorrichtung ist, den betreffendenelastischen. Rohseidenfaden über zwei mit ungleicher Peripherie-
Fig. 229. Apparat zur Prüfung der Rohseide.
V
geschwindigkeit rotierende Walzen oder Rollen a, b hinwegzuführen, der-art, dass der Seidenfaden sich in der Länge (um etwa 5 °/ 0 ) ausdehnenmuss. Der Apparat besteht aus 2 Walzen von ungleichem Durchmesserund einer glatten Führungs- oder Leitrolle d , Uber welche der Seiden-faden von einer zur anderen Walze läuft und die in einem dem Einflusseines Gewichtes oder einer Feder f von gleichmässiger Anspannung aus-gesetzten Hebel gelagert ist. Der geführte Seidenfaden wirkt, infolge undnach Mafsgabe seines Widerstandes gegen eine Ausdehnung, dem Einflussdes Gewichtes oder der Sprungfeder entgegen, und sind die letzteren so ein-gerichtet, dass unter normalen Verhältnissen die Grösse der Spannungmit der Elasticität des Fadens im Gleichgewicht steht. Je nachdemdas zwischen beiden Walzen befindliche Fadenstück dicker oder feiner,als die Normaldicke wird, bewirkt das den Hebel beeinflussende Ge-wicht oder die Feder ein Heraussclmingen des Hebels aus seiner Normal-stellung und veranlasst, dass derselbe eine neue Lage einnimmt. Alle Än-derungen der Dicke, welche der ganze allmählich durch den Apparat hin-durchgehende Seidenfaden aufweist, äussem sich demnach als diesbezüg-liche Hebelschwingungen. Mit dem Hebel ist ein Zeichenstift h verbunden,der auf dem sich dahinziehenden Papierstreifen eine Kurve aufzeichnet,deren Ordinaten die Fadenunregelmässigkeiten darstellen, während die Ab-scissen die abgewickelte Fadenlänge angeben. Das Diagramm liefert mit-