Band 
Erster Band.
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Grbgeproduktion. Centralasien.

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wärtig über 12000 europäische Haspelstühle. Dass Indien befähigt ist, denWeg zum Fortschritt zu betreten, zeigt die Ausfuhr der letzten Jahre.Die in der Campagne 1892/93 ausgeführte Menge Rohstoffe von 655 338engl. Pf. im Werte von 5050000 Rupien übertrifft den durchschnittlichenExport des letzten Decenniums um über 30 °/ 0 . Nur wird gegenwärtig nochnicht die gesamte Menge produzierter Grege ausgeführt, sondern zum gröss-ten Teil im Lande selbst verarbeitet.

Die indische Grege ist unter dem allgemeinen Namen Bengal bekannt.Dieses hochgelbe, glänzende, zugleich aber flaumige Gespinst von weichembaumwollartigem Griff, steht, obwohl seiner Zubereitung immer mehr Sorgfaltzugewendet wird, noch hinter anderen Gregen asiatischer Provenienz zurück.Sie findet für gewisse Zwecke, für Sammet- und Plüschfabrikation, sowiefür Schirmstoffe Verwendung. Früher unterschied man einzelne Gattungender Bengalgrege, nämlich: Skeins, nach der alten italienischen Methode ge-haspelte kleine Stränge, die hauptsächlich zu Nähseiden verarbeitet wurden;Novi wurden nach neuer italienischer Art und bedeutend feiner gehaspelt,schliesslich waren die Natives einheimische Gespinste von minderwertiger Güte.Gegenwärtig unterscheidet man die nach europäischer Art gehaspelten unddie von den Eingeborenen hergestellten Gregen. Unter den ersteren (Fila-tures) sind die besten: Radnagore, Gonatea, Surdah, Yangipore, Comercollyu. a. Die anderen (Natives) haben einen sehr unregelmässigen Titer und lassensich schwer verarbeiten. Das Verzwirnen derselben geschieht meistens in Italien .Die grünliche unregelmässige Grege von Mysore hat nur lokales Interesse.

Centralasien gehört zu den Ländern, in denen man in der Seidenge-winnung nach jeder Richtung hin am wenigsten Fortschritte gemacht hat. AmAusgang des Altertums ward das am Fusse und im Norden desKüen-Lün gelegeneLand Khotan die Wiege der ausserchinesischen Seidenkultur, doch scheint hierdie regelrechte Seidengewinnung zuerst nicht betrieben worden zu sein.Obwohl die Art des Kokonhaspelns bekannt war, so wurden in Khotan, ummöglichst viel Raupeneier zu gewinnen, nur durchbohrte Kokons benutzt, dieman am Spindelrade verarbeitete. Die Königin Hess auf einen Stein dieVerordnung einmeisseln, welche besagte: „es ist verboten Seidenwürmer zutödten; erst wenn alle Schmetterlinge der Seidenraupen ausgeflogen sein werden,könnt ihr die Kokons verarbeiten. Wer dieses Gesetz Übertritt, wird derHilfe der Götter verlustig“. Erst später wurde das Abhaspeln eiugeführt.Die Seidengewinnung schwang sich in Centralasien zu einer viel betrie-benen Hausindustrie auf, wurde jedoch am Ausgang des Mittelalters in-folge politischer Unruhen eingestellt. Lange Zeit hindurch war das Ge-werbe in Turkestau, namentlich in Taschkent, Samarkand , Dariagebiet,gänzlich erloschen und wurde in diesen Gegenden erst nach 1785, nachder Einnahme von Merw Chahidschan durch Schah Murad Khan wiederhergestellt. Er Hess die Einwohner von Merw nach Bukhara übersiedeln, wosie fortfuhren, sich der Seidengewinnung zu widmen. Der Emir Nasrullahermächtigte die Abkömmlinge dieser Kolonisten, ihren Wohnort in Samar-