Band 
Erster Band.
Seite
446
JPEG-Download
 

446

Das Vorzwirnen.

ZZ33«

die Rückseite zweier Platten eingelassen. Eine Platte ist mittels eines Bol-zens auf einem Querbaum befestigt, die andere wird von den Federn ge-tragen und kann durch eine Stahlschraube nach Belieben gehoben undgesenkt werden, was zur Folge hat, dass durch die schräge Anordnungder Federn die beiden Putzkanten sich einander nähern, beziehentlich voneinander entfernen, demnach der jeweiligen Garnstärke entsprechend ein-gestellt werden können.

In dem Putzapparat von Four kommt die Spule im Falle eines Kno-tens sofort zum Stillstand, ohne dass andere Spulen angehalten zu werdenbrauchen; ein Reissen des Fadens findet dabei nicht statt, wodurch daslästige Auffinden vermieden wird.

Für Ouvrees, namentlich Trame, besteht die Putzvorrichtung (Fig. 248)aus zwei rietblattartigen Rahmen, zwischen deren Stahldrähten die Fädenlaufen und von dem Flaum befreit werden.

Dem eigentlichen Zusammenzwirnen mehrererRohseidenfäden geht die Drehung des einzelnenGregefadens, das sogen. Filieren, voraus, das jenach Bedarf pro Meterlänge 3—400 Drehungenbeträgt und auf dem Filierstuhl vollzogen wird.Seine allgemeine Einrichtung ist aus der sche-matischen Fig. 249 ersichtlich, welches Prinzipbereits von Vaucanson 1755 angewendet wurde.Die durch Riemen 2 betriebenen, auf sehr fei-nen Zapfen rotierenden Spindeln 3 tragen dieSpulen 4 , welche mit dem Zwirnflügel 5 versehensind und mit einer konstanten Geschwindigkeitvon 5—7000 Touren pro Minute rotieren. Dergedrehte Rohseidenfaden gelangt durch den Lauf-stock 6 auf die durch Friktionskraft der Welle 7betriebenen Walzen 8 , die während des Filierens,ungeachtet des beim Aufwickeln zunehmendenDurchmessers mit Hilfe variabler Geschwindigkeitder Antriebswelle 7 stets die gleiche Geschwin-digkeit beibehalten, wodurch die Gleichmässigkeitder Zwirnung auf der ganzen Länge des Grege-fadens ermöglicht wird. Die Drehungszahl wirddurch Regulierung der Umdrehungsgeschwindig-keit der Welle 7 geregelt und um so grösser,resp. die Zwirnung um so schärfer, je langsamer das Aufwickeln auf dieBobinen 8 stattfindet. Die Konstruktion der Seidenzwirnmaschinen unter-schied sich früher, wie bereits erwähnt, in der allgemeinen Anordnung derSpindeln. In dem käfigähnlichen runden Mulinierstuhl ruhten die Spindelnan der Peripherie eines grossen, in mehrere Stöcke eingeteilten Cylinders;auf dem höchsten Stock geschah das Vorzwirnen oder Filieren von den

Fig. 249. Schema des Mulinierstuhls{erste Zwirnung), 1 Lager, 2 Antriebs-riemen, 3 Spindel, 4 Spulen, 5 Flügel,6 Laufstock, 7 Antriebsrolle, 8 Auf-wickelspule.