Das Dublieren.
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Spindeln nach den wagerechten Spulen; die Spindeln der unteren Stockwerkebesorgten das Zusammenzwirnen oder Organzinieren, indem der gezwirnteFaden auf Haspel gewunden wurde. In der Seidenzwirnerei wurde somitund wird noch heutzutage ein umgekehrtes Prinzip angewandt, wie bei allenanderen Zwirnmaschinen; dort erhält der Faden die Drehung beim Ein-laufen auf die Spule, hier beim Auslaufen. Der Autrieb der Mühle geschahdurch eine in der Mitte stehende vertikale Welle, welche sowohl die Spin-deln vermittelst eines Riemens, wie die Spulen und Haspel durch verschie-dene Getriebe in Bewegung setzte. Der ovale Mulinierstuhl ist weit wenigerplatzraubend, als der runde; die Spindeln sind hier in einem oder mehrerenRechen an dem unteren Teile der Maschine angebracht. Die Stühle nachVaucansonschem Prinzip sind in vervollkommneter Bauart noch vielfach inGebrauch, die runden Mulinierstühle sind jedoch fast überall abgeschafift undkommen nur in seltenen Fällen zur Anwendung.
Die filierte Seide wird zuweilen im Dämpfkasten etwa 10 Minuten undzwar in lauwarmem Wasserbade behandelt, wodurch die Faser an Glanzund Geschmeidigkeit gewinnen soll.
Die Operation des Dublierens besteht in der Vereinigung mehrerer ein-facher nur gereinigter, oder der vorherigen Drehung unterworfener Roh-seidenfäden auf einer einzigen Bobine. Das Hauptaugenmerk bei dieserOperation muss auf die gleiche Spannung der beiden Fäden gerichtet wer-den, was übrigens automatisch durch Anwendung von Belastuugsrollen undGegengewichten bewirkt wird. Bei den Maschinen englischen Systems sinddie Operationen des Filierens und Dublierens zu einer einzigen vereinigt.Die älteren Dubliermaschinen waren ebenso kompliziert, wie schwerfälligund von ziemlich geringer Leistungsfähigkeit. Durch die ganze Länge derMaschine lagerten zwei parallele eiserne Wellen, worauf die Schei-ben befestigt waren, welche die Spulen in ähnlicher Art wie bei derWickelmaschine in Bewegung setzten. Es war nämlich auf jeder Spulen-spindel ein kleiner Wirtel befestigt, der, wenn die Spule in das vordereLager gelegt wurde, auf die Peripherie der damit korrespondierenden grös-seren Friktionsscheiben zu liegen kam und infolge der Reibung sich gleich-zeitig mit derselben umdrehte. Ausserdem war auf jeder Spulspindel zwischendem Wirtel und der Spule ein kleines, dreizähniges Sperrrad befestigt,dessen Zweck später erklärt wird. Die Laufschiene mit den darauf stehen-den Fadenführern wurde langsamer, als die an der Wickelmaschine, längsden Spulen hin- und hergeschoben, weil die Seidenfäden nicht in geraderRichtung von den Leitern zu den Spulen geführt wurden, sondern mehrerescharfe Biegungen machen mussten, also weit leichter zerrissen. Die Fädenliefen nämlich zunächst aufwärts über eine horizontale glatte Stange, welcheau den Ständern befestigt war, dann abwärts durch die Haken der Fall-drähte, hierauf wieder aufwärts über eine zweite Stange und endlich vonhier vereinigt durch den Fadenführer nach der dazu gehörigen Spule. Durchfolgende Vorrichtung wurde während des Betriebes augenblicklich die Spule