Band 
Erster Band.
Seite
459
JPEG-Download
 

Kombinierte Zwirnmaschinen.

459

wird mittels zweier an ihrem oberen Ende angebrachter Räder w vonungleicher Zähnezahl auf die, je ein Rad w" tragenden, Spindel e undSpule z übertragen. Die Spindeln e werden durch einen breiten Friktions-riemen angetrieben. Die ineinander greifenden Räder der über v liegendenunteren Räderpaare w w" haben gleiche Zäbnezahl; die entsprechendenRäder der oberen Räderpaare w w" haben ungleiche Zähnezahl undzwar hat das auf der Welle t oben sitzende Rad w mehr Zähne als dasmit ihm verzahnte, mit der Spule z fest verbundene und e lose drehendew"; dadurch entsteht eine ungleich schnelle Bewegung zwischen Spindel eund Spule z. Diese Bewegung bewirkt das Abwickeln des Seidenfadensvon der Spule, welche die zu bearbeitende Rohseide trägt. Man befestigtdie Spule z mittels einer Mutter auf dem lose auf der Spindel e sitzendenZahnrad; letzteres trägt einen vierkantigen Ansatz, auf den man die ent-sprechend ausgearbeitete Spule steckt. Der S-förmig gekrümmte Flügel list auf der Spindel befestigt und dient zur gleichmässigen Verteilung derdurch die Rotierung der Spindel e gedrehten Seide. Die Geschwindigkeitvon z ist ungefähr um 1 ! eo grösser als die von l. ,Te nach dem Durch-messer der Spule kann man verschiedene Torsionsgrade erzielen, ohne da-rum die Zahnräderübersetzungen ändern zu müssen, q ist eine grosseScheibe, durch die der Faden geht, während er gedreht wird. Diese Scheibeist der Zahl der Fäden (resp. Spulen) entsprechend mit 2 oder 3 Löchernversehen, welche mit Achat gefüttert sind. Die Zahl dieser Löcher hängtvon der Art der herzustellenden Seide ab, und werden infolgedessen zuweilenauch noch mehr Löcher angebracht, y ist eine mit der Spindel o fest ver-bundene und durch einen an dem Gestell befestigten Ring 11 gehaltene kleineScheibe, durch welche die von der Scheibe q kommenden Fäden gehen;letztere vereinigen sich dicht über dem oberen Ende der grossen Spindel o,d. i. die Seide wird dort dubliert. Einige cm höher wird dieselbe gezwirnt.Das Aufspulen des Seideufadens geht nur in dem Mafse vor sich, alsder Faden selbst durch den Apparat erzeugt wird.

Die Maschine von Camel bezweckt, das Haspeln und Zwirnen in einerOperation zu bewirken. Es sind mehrere Verfahren in diesem Sinne an-gewendet worden, sie litten jedoch an den Übelständen, dass die Zwirnungnicht regelmässig war. Ausserdem gestatten sie nur die einzelnen Fädenaufeinander zu rollen, und zwar bald in der einen, bald in der anderenRichtung, so dass während der nachfolgenden Operation des Abkochens dieFäden sich wieder parallel legen und die Zwirnnng verloren geht. Im Ver-fahren von Camel 1 ) werden die Kokonfäden warm und feucht gezwirnt,wodurch die Zwirnung auch beim Kochen eine beständige wird. Die vonden in der Wanne E befindlichen Kojions gehaspelten Fäden rollen sich,nachdem sie zuvor den Achat a und den Fadenführer b passiert haben, auf

*) Lavenaz, D. R.-P. 29063.