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Tours comptds.
fadens in dieser Hinsicht mit grosser Genauigkeit ausführen. Dieselbenlassen sich jedoch in der Praxis aus naheliegenden Gründen nicht immerverwenden, da man, um einigermafsen zuverlässige Durchschnittszahlen zuerhalten, eine unzählige Menge Versuche anstellen müsste. Man hat daherstets eine Konstruktion solcher Apparate angestrebt, welche die Titrierungschnell und selbstthätig besorgen. In der Maschine von Honegger (1867),wurde jedes Fadenende gewissermafsen durch einen äusserst feinfühligenFinger betastet; sobald ein Unterschied des Durchmessers auf den Fühlerwirkte, übertrug ein Fadenführer, womit der letztere in Verbindung stand,den Faden auf die Spule des korrespondierenden Titers. Dieser Apparatfand trotz seiner sinnreichen Konstruktion keine Verbreitung, offenbar, weiler zu unproduktiv war (es entstand dabei zu viel Abgang, besonders beimWiederabspnlen der mit der untersuchten Seide gefüllten Bobinen), sowieauch, weil die Kosten einer derartigen Einrichtung sehr hoch waren.
Bei den weniger regelmässigen Gespinsten wird die eigentliche Titrierunggar nicht vorgenommen, sondern die Stränge werden in bestimmter Touren-zahl auf Haspel von bekanntem Umfang aufgewunden (gewöhnlich mit 2000Touren = 1000 m), wodurch jeder Strang eine bestimmte Länge erhält,und dann einzeln gewogen, um sie sortieren, d. i. genau nach ihrem Ge-wicht gruppieren zu können. Die so zubereiteten Gespinste werden als„ä tours comptes“ bezeichnet und kommen ohne Bezeichnung der Titerzahlin den Handel. Das Wiegen wird gewöhnlich mit der Hand besorgt; mitder gebräuchlichen Hakenwage kann eine Arbeiterin ca. 7—9 Stränge proMinute abwiegen. Die Übel stände bei dieser Arbeit sind die folgenden:die Achse, um welche sich die Wage dreht, verursacht bald ein Auslaufender Lagerung infolge der Abnutzung, wodurch die Wage nicht mehr genaufunktionieren kann; ferner beachtet die Arbeiterin, gezwungen sich zu be-eilen, nicht immer den wichtigen Moment des Stillstandes oder des Gleich-gewichts des hin und her schwingenden Hakens und hält den Zeiger selbstan, wodurch falsche Resultate erzielt werden. Schliesslich täuscht siesich zuweilen, indem sie die gewogenen Stränge nicht zu den richtigen, mitNummern versehenen Abteilungen hängt. Diese Übelstände veranlasstenGotteimann, die Handarbeit nach analogem Prinzip, wie Honegger (S.502)durch eine automatische Titrierwage # zu ersetzen. Das Gestell des Apparatesträgt in einer horizontalen Reihe 25 parallel neben einander stehende Wagen.Jede Wage A ist mit einem Gewicht B versehen, das am Hebel, dem Titergemäss, verstellt werden kann; die zum Abwiegen benutzten Gewichtevariieren von zwei zu zwei Deniers. Am zweiten Ende eines jeden Wagen-balkens A ist zwecks Aufnahme des Stranges eine Sattelschlaufe angebracht,die, falls sich die Wage auf diese Seite senkt — durch den Zug einer aufden Arm C geschraubten Leiste D veranlasst—sich um ihre Achse dreht,um den betreffenden Strang herabgleiten und auf einen unterhalb befindlichenMesserhebel fallen zu lassen. Der letztere bewegt sich rückwärts und hängtden Strang an den korrespondierenden Haken O , der an der Innenseite des