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Das Desintegrieren.
geruchlos zu machen, behandelt man nach Beyer 1 ) die Florettgarne oder-gewebe 15 Minuten lang in einem kochenden Ölseifenbade, wäscht und dämpftdieselben mehrere Stunden, nachdem sie in dünnen Schichten mit Kochsalzbestreut wurden. Alsdann spült er sie wieder und bringt sie nass aufden Rasen zur Naturbleiche oder in den Trockenraum. Am nächsten Tagewerden sie derselben Behandlung, von dem Seifenbade angefangen, unter-worfen, und dies mindestens 20 Tage fortgesetzt; zum Schluss reinigt mansie durch Einhängen in fliessendes Wasser.
Die Macerationsanlagen verbreiten weit um sich eine verpestete Luftund kommen die Besitzer derselben deswegen, sowie wegen ihrer Abwässer,nicht selten mit den Sanitätsbehörden in Konflikt. Es lässt sich aber nichtleugnen, dass, wie veraltet, unsauber und umständlich die Faulungsmethodeauch sein mag, sie ein Material liefert, das seine natürliche Weichheit undGeschmeidigkeit voll beibehält und sich bei der nachträglichen Verarbeitungviel besser bewährt, als das nach anderen Methoden desintegrierte. Es hatdaher nicht an Versuchen gefehlt, die Desintegrierung auf eine schonendereWeise als durch Kochen mit alkalischer Seifenlauge, jedoch mit Umgehungdes Faulens zu bewirken — Bestrebungen, welche vorderhand eine grösseretechnische Bedeutung nicht zu erlangen vermochten. Guinon verwendetSodalauge unter Druck bei 120° und nachträglich verdünnte Schwefelsäure.Pelangie & Bedu benutzen Bromlösung und Wein- oder Citronensäure,ein Verfahren, das nicht nur den Gummi, sondern die Faser selbst starkangreift. Randall 2 ) behandelt die Kokons mit verdünnter Essigsäureunter Zusatz von etwas Schwefelsäure, in welchem Gemisch sie mehrereStunden bei 70° eingeweicht liegen; dabei soll der Gummi dem Materialerhalten bleiben. Ein anderes Verfahren, das sich vorzugsweise für wildeKokons eignen soll, besteht in mehrstündiger Behandlung mit verdünnterSchwefelsäure, die man auf 60° erhitzt, dann abkühlen und zum Schlussaufkochen lässt. Auch verdünnte Salzsäure soll sich gut eignen 8 ); die 60°heisse Flotte wird in einem entsprechenden Apparat durch das Material ver-mittelst Pumpen längere Zeit hindurchgetrieben. Für wilde Kokons hält manauch folgendes Verfahren für geeignet. Nachdem das Material mit warmemWasser gewaschen und dann getrocknet worden ist, wird es mit einem leichtverseifbaren Ol begossen und in einem Bade gekocht, welches lösliche Metall-salze, namentlich Stannate, Zinkate, Aluminate, Plumbate, Silikate undBorate der Alkalien oder des Ammoniums enthält. Beim Kochen bildet sichaus dem Öl und dem Metallsalz auf der Faser selbst eine Seife und freiesGlycerin, welches günstige Wirkung ausübt.
Ebenfalls für die Kokons der wilden Seidenarten, die reich an schwer-löslichen Gummi- und Pektinstoflen sind, ist folgendes Verfahren in Vor-