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Verfahren von Lehner.
In Fig. 104 ist eine zum Yerzwirnen einiger Kollodiumfäden bestimmteMaschine veranschaulicht. Die Kollodiummischung wird in Glasbehälter ge-bracht und in diesen in bestimmter konstanter Höhe erhalten. Eine Rohr-leitung verbindet jedes dieser Gefässe mit einer 3 / 4 Zoll dicken Glasröhre,die wagerecht an der Hinterseite der Spinnmaschine liegt. An diese schlies-sen sich eine Reihe Glasstützen von 2 Zoll Durchmesser an, deren jedewieder ein in S-Form gebogenes Glasrohr von 1 j i Zoll Durchmesser trägt,welches Lehner als den „künstlichen Kokon“ bezeichnet. Diese „Kokons“laufen in eine kegelförmig gestaltete Spitze aus, die mit einer feinen Aus-trittsöffnung versehen ist, durch die der Seidenfaden in die Erstarrungs-flüssigkeit (Wasser) tritt. Eine bestimmte Anzahl solcher Fäden wird zu-
Fig. 105. Maschine zur Herstellung künstlicher Seide von Lehner.
sammen über einen Führungsstab aus Glas nach den Abzugswalzen geleitetund dann vermittelst der Flügelspindel verzwimt.
Eine weitere Ausbildung hat das Lehnersche Verfahren in folgenderKonstruktion erfahren 1 ).
Aus dem Reservoir A, welches (Fig. 105—6) mit dem Standglas a versehenund stets auf annähernd demselben Niveau mit Kollodium u. s. w. gefüllt ist,fliesst dieses durch das Rohr B nach dem Querrohre B 1 und geht in be-liebig vielen feinen von B 1 sich abzweigenden Röhrchen c weiter, von denenjedes mit einem Hahn abschliessbar ist. An jedes dieser Röhrchen ist mit-tels Gummiröhrchen d ein gebogenes Glasröhrchen e angeschlossen, welchesspitz ausgezogen ist und in ein langes schmales Bassin G von unten hereinmündet. Die Glasröhrchen sind am Boden des Bassins entsprechend ab-gedichtet. Letzteres ist mit Terpentinöl, Petroleum u. s. w. gefüllt. DasNiveau dieser Flüssigkeit soll etwas tiefer stehen, als das des Kollodiumsim Bassin A.
Beim Austreten des Kollodiums aus der Spitze des Röhrchens e in dieFlüssigkeit bildet sich ein verhältnismässig dicker, dichter Faden, welcher
0 Schweizerisches Patent 3740 (1891).