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Zweiter Band.
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Absorptionsvermögen der Seide.

i

Grege 28/30 den.22,8%

Nach 48stündigem Verweilen im Wasser . 25,4%

Nach dem Trocknen bei 110/120° . . . 16,6%

Ein getrockneter Seidenfaden verkürzt sich beim Eintauchen ins Wasseroder in eine andere Flüssigkeit um 0,8—1 °/ 0 .

lOhne auf das im chemischen Abschnitte ausführlich besprochene Ver-halten der Seide gegen Salzlösungen, Farbstoffe etc. näher eingehen zuwollen, mögen einige Daten, welche das Aufnahmevermögen der Seidenfaserfür Gase erörtern, angeführt werden. Gegen neutrale Gase verhält sich dieSeide ziemlich inert, Gase von_ausgesprochen basischem oder saurem Cha-rakter dagegen löst sie in beträchtlicher Menge auf. Diese Eigenschaftverdankt sie zweifelsohne lediglich ihrer Porosität; Verbindungen irgendwelcher Art treten bei dieser Absorption nicht ein und die Gase lassen sichdurch Anwendung der Luftleere wieder aus der Seide entfernen. In dernachstehenden Tabelle sind die Gasvolumina der von einem kg Seide absor-bierten Gase in 1 angegeben; das Absorptionsvermögen der Seide für diefünf letzteren Gase ist grösser, als das des Wassers.

Ammoniak ... 30

Chlorwasserstoff. . 25

Schwefeldioxyd . . 25

Schwefelwasserstoff 15Kohlendioxyd . . 10

Kohlenoxyd ... 2

Stickstoff .... 1

Wasserstoff . . . 0,5.

Die Absorptionsfähigkeit der Seide für Salzlösungen, Säuren, Farbstoffeu. s. w. lässt sich mit grosser Genauigkeit vermittelst der thermochemischenMethode ermitteln und quantitativ bestimmen. Zur praktischen Ausführungdieser Untersuchung taucht man die Seide in die betreffenden Lösungen,die in Aufnahmebehältern irgend eines der bekannten Kalorimeter, am ge-eignetsten im Quecksilberkalorimeter von Favre und Silbermann, unter-gebracht sind. Es entwickelt sich dabei eine der Affinität der Seidenfaserfür die gegebene Lösung entsprechende Wärmemenge, und die thermo-chemische Reaktion ist in der Regel in ca. 10 Minuten für die Rohseideund in 5 Minuten für die entbastete Seide beendet. Beim Manipulierenmit einer Menge von 9—15 g Seide konstatiert man im Kalorimeter bei12° Temperaturerhöhungen von 0,2—0,32°. Die entwickelten Wärmemengenwerden des Vergleichs wegen auf 100 g Seide umgerechnet und auf einMolekül derselben C 141 H 222 -V 48 0 5S bezogen. Folgende Tabelle lieferteinige Resultate thermochemischer Messungen 1 ).

l ) Vignon, Compt. rend. de l’Ac. Sc. 1890, 286.