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Zweiter Band.
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Synthese der Seide.

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Grund dessen diese Formel aufgestellt worden ist, in Wirklichkeit nicht so-glatt verläuft, wie oben geschildert wurde. Vielleicht finden dabei inter-molekulare Umlagerungen statt; z. B. konnte die Glycose in zwei Moleküleder Milchsäure gespalten werden: die Glycose ist ein Aldehydalkohol undenthält keine Hydroxylgruppe; die letzteren bilden sich aber im Momentder Spaltung durch Umlagerung der Sauerstoffatome. Es wurde auch ver-sucht, die Leucine und Leuceine direkt durch Vereinigung mit Oxalsäureund Ammoniak zu einem Albuminoid zusammenzufügen. Die entsprechendenLeucine können mit geringer Mühe aus Chlorderivaten der korrespondieren-den Fettsäuren durch Einwirkung von Ammoniak gewonnen werden. Einbeliebiger Proteinstoff liesse sich somit folgendermafsen darstellen:

C 2 11,0, + 2 Nll a + 3 (C m Il 2m+1 N0 2 ) + 3 NO, ) -8 H 2 0 =

Oq- 1-2 I1‘2 5 — 8 Ag 0 8 ,

wobei q = 3 (m -f- n) ist. Nach einer anderen Methode wurde das Leucin-und Leuceingemisch direkt mit Harnstoff verbunden *) und dabei ein Körpererhalten, der sich den Peptonen analog verhält, d. i. ungefähr so, wie diedurch kochendes Wasser in Lösung gebrachte Seide. Ob dieses Verfahrenfür die Syntheseverwirklichung von Bedeutung werden wird, lässt sichebensowenig wie von den anderen Methoden jetzt Voraussagen. Es scheintvielmehr, dass man zu ganz anderen Kunstgriffen wird Zuflucht nehmenmüssen, um das Problem zu lösen. So hat kürzlich Schützenbergerdurch Einwirkung des Epiclilorhydrins ( C S J1 5 C10 ) auf Silberharnstoff eineVerbindung erhalten, die sich durch ihre Eigenschaften und besonders durchdie Art der Zersetzung mit Barythydrat den Albuminoiden an die Seitestellt. Es sind Aussichten vorhanden, dass trotz der obwaltenden Schwierig-keiten es einmal gelingen wird, die Synthese der Albuminoide zu verwirk-lichen, der daun die Herstellung der natürlichen Seide auf künstlichemWege auf dem Fusse folgen wird.

*) Schützenberger, Compt. rend. 1891, S. 198.