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Zweiter Band.
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Das Entbasten.

2. Die Olein - oder Elainseife wird ans dem technischen Olein, welchesfast reine Ölsäure darstellt, durch genaues Neutralisieren mit Soda bereitetund lässt sich ihres billigen Preises wegen mit vielem Vorteil verwenden.

3. Die Sesam- und Erdnussölseifen werden aus entsprechenden Pflanzen-fetten gewonnen. Die letztere enthält neben Arachinsäure (C 20 H iQ 0 2Schmelzpunkt 75°) hauptsächlich die Hypogäsäure ( C 16 ir so 0 2 Schmelz-punkt 33°).

4. Die Kokosnussölseife setzt sich neben wenig myristinsaurem undnormal caprinsaurem Natron ( C li H 27 0 2 Na resp. C 10 H 19 O 2 Na ) aus laurin-saurem Natron ( C 12 H 23 0 2 Na ) zusammen. Diese Säuren schmelzen bei 53°bezw. 30° und 43°.

5. Die Rizinusölseife, die durch Verseifen des Rizinusöls erhalten wer-den kann (C 13 H 32 . OH . COONa ), dürfte, mit Veilchenessenz parfümiert,sich infolge des niedrigen Schmelzpunktes der Säure (0°) gut empfehlen,ist aber meines Wissens in der Seidenfärberei niemals versucht worden.

6. Die Talg- und übrigen animalischen Seifen, welche viel Stearin-,Palmitin- und Margarinsäure enthalten, waschen sich schlecht aus und wer-den daher nur ausnahmsweise verwendet. Eher dürfte sich das speziell inAmerika zur Seifenbereitung verwendete Schweinefett dazu eignen, welchesca. 57% flüssiges Fett enthält.

7. Die Palmölseife und andere Pflanzenfettseifen (Bassia, Galambutteretc.) sind wegen ihres hohen Gehalts an Palmitinsäure ganz ungeeignet.Schliesslich macht ein wenn auch nur minimaler Gehalt au Harz (Schmelz-punkt 140°) die Seife unverwendbar.

Die Untersuchung der Seife auf ihre Brauchbarkeit für die Zweckeder Seiden Verarbeitung ist keine schwere Aufgabe; eine genaue quantitativeAnalyse dagegen, die erst den eigentlichen Wert des Handelsproduktes an-zugeben vermag, bedarf grosser Übung und kann hier nicht weiter erörtertwerden. Der Wassergehalt wird ermittelt, indem man die fein geschabteSeife auf einem Uhrglas im Trockenkasten zuerst bei 60—70°, dann bei100° trocknet und verdeckt wiegt. Die Prüfung auf etwa vorhandenesAlkali, das niemals Vorkommen darf, wird in der Weise vorgenommen,dass man einen frischen Schnitt der Seife mit konzentrierten Lösungen vonQuecksilberchlorid, salpetersaurem Quecksilberoxydul oder Phenolphtaleiu be-tupft; tritt im ersten Falle ein gelber, im zweiten ein schwarzer und imdritten ein roter Fleck auf, so lässt sich auf das Vorhandensein von freiemAlkali schliessen. Der Harzgehalt der Seife wird nach Gottlieb ermittelt,indem man die Lösung der Seife mit Bittersalz kochend ausfällt und heissfiltriert; die Gegenwart von in heissem Wasser löslicher Magnesiaharzseifeverrät sich bei Zusatz von Salzsäure zu dem Filtrate durch Trübung resp.Niederschlag von Abietinsäure. Die übrigen Verfalschungsmittel technischerSeifen (Stärke, Kieselguhr, Wasserglas etc.) bleiben beim Auflösen der Seifein absolutem Alkohol unlöslich zurück und können auf diese Weise leichtermittelt werden. Als eine notwendige Eigenschaft einer guten Seife muss