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Abkochen der wilden Seide.
augesetzt. Man geht lauwarm ein und steigert die Temperatur biunen1 j i Stunde auf 40° C., während man die Tussah zuerst schnell, dann lang-sam umzieht, ähnlich, wie dies beim Waschen geschieht. Das Bad nimmteine schmutzigbraune Farbe au und wird abgelassen; merkwürdigerweisezieht die Partie roher Tussah, die unmittelbar, wie dies aus Sparsamkeitöfters geschieht, nach einer anderen in demselben Degummierbade entfettetwird, einen Teil des im Bade befindlichen Farbstoffs au und wird dunkler.Der in Soda gelöste Farbstoff wird wahrscheinlich von der sauer reagieren-den Faser auf ihr selbst niedergeschlagen. Nach einem etwa .halbstündigenUmziehen werden die Stränge ausgewunden oder centrifugiert. Die Seidehat hei dieser Behandlung 8—10°/ 0 ihres Rohgewichts verloren. Für ge-wisse Zwecke ist es nicht nötig, die Tussah vom Bast zu befreien. Mangiebt nur, um das Fett und die Uureinlichkeiten zu entfernen, drei lau-warme Wasserbäder, trocknet und streckt. Solche Tussah findet u. a. alsIsolator für elektrische Leitungen etc. ziemlich ausgedehnte Verwendung.
Das Abkochen selbst beruht auf der Anwendung einer alkalischenLauge, meist Sodalauge, als Entbastungsmittel und wird in verschiedensterWeise ausgeübt. Das Material wird entweder bloss mit Soda, oder mit Sodaund Seife, oder, in einigen Fällen, mit Seife allein abgekocht.
Nach dem Entfetten bringt man die Tussah in ein frisches Bad aus30°/ 0 Krystallsoda bei 40—45° C., binnen einer halben Stunde wird dasBad auf 85—90° C. erhitzt und die Tussah bei dieser Temperatur abge-kocht. In der Regel genügt eine 1—Inständige Behandlung. Nach demAbziehen wird tüchtig gewaschen, wobei die üblichen Vorsich tsnmfsregelnbeachtet werden, und in kochendem Bade mit 10°/ 0 rauchender Salzsäure*ca. 10 Minuten aviviert. Diese Art des Abkochens eignet sich besondersfür minderwertige Qualitäten der wilden Seide, wie chinesische Tussah,auch starkfädige India, obwohl sie auch für feinere Sorten gute Resultateliefert, allerdings bei etwas höherem Gewichtsverlust (ca. 20°/ 0 ).
Ein von dem obigen abweichendes Verfahren beruht in der Anwendungvon Seife als Entbastungsmittel. Versuche, die in dieser Richtung ange-stellt wurden, ergaben, dass die Methode gegen das billigere Sodaverfahreneinen Vorteil bietet, falls man es mit feiner oder wenig Bast enthaltenderSeide, z. B. chinesischer Honan, zu thun hat. Für die letztere ist das Ab-ziehen mit Seifenlösung entschieden das beste. Im allgemeinen wird auchder Gewichtsverlust ein bedeutend geringerer. Das Verfahren ist folgendes.Nach dem Entfetten im Sodabade, welches mit 10—15 % Krystallsoda an-gesetzt und zweckmässig etwas höher erhitzt wird (50—60° C.), wird indas kochende Seifenbad eingegangen uud ohne weiter zu erhitzen die Seideim Bade herumgezogen; nach 8 / 4 Stunden schlägt man die Tussah auf undbringt das Bad wieder auf 95° C. Die Menge der Seife richtet sich nachder Gattung der Seide; für feinfädige wird weniger als für dicke genom-men; im Durchschnitt nimmt man 30°/ 0 Olein - oder gute Kernseife. DasEntbasten ist in einer bis anderthalb Stunden beendigt; mau spült in mit