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Zweiter Band.
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Abkochen der wilden Seide.

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etwas Soda versetztem Wasser, wäscht daun stark aus uud centrifugiert;man kann die Seide auch durch ein kaltes, schwach angesäuertes Wasser-bad führen. Ist auf der Faser aber auch nur eine minimale Menge Seifegeblieben, so nimmt sie einen grauen Ton an.

Ein Vergleich der Resultate serimetrischer Messungen bewies, dass dieAnwendung der Seife statt Soda als Entbastungsmittel auf die Festigkeitabgekochter Tussah einen günstigen, auf ihre Elastizität aber einen un-günstigen Einfluss ausübt. Es wurde auch versucht, zum Entbasten einGemisch von Soda und Seife auzuwenden J ), doch scheint dies Verfahrenkeinerlei Vorteil zu bieten.

Die Methode, die Tussah mit verdünnter Natronlauge zu entbasten,hat bis jetzt noch wenig Eingang in der Praxis gefunden. Sie ergiebt in-dessen bei sachgemässer Behandlung vorzügliche Resultate. 6—8°/ 0 festenNatronhydrats entbasten Tussah bei 60° C. vollständig in kurzer Zeit(!/ 2 Stunde). Die Faser besitzt nach dem Abkochen hohen Glanz und hat,wie die serimetrischen Messungen gezeigt haben, nur wenig an Festigkeitund Elastizität eingebüsst. Allerdings muss dabei vorsichtig und rasch ver-fahren werden, denn die Lauge übt eine ziemlich energische Wirkung aus.Seife der Lauge hinzufügen, um die Wirkung zu mildern, bietet keinenVorteil. Bei weitem zweckmässiger ist das Seifen nach dem Abkochen,welches sowohl für die mit Soda oder Natron, wie für die mit Seife ent-bastete Tussah augewendet wird. Der Zweck dieses Seifenbades ist, dennoch mechanisch der Seidenfaser anhaftenden Bast zu entfernen, was durchdie bekannte emulsionierende Wirkung der Seife erreicht wird. In der Thatwird die Tussah nach diesem Seifen heller uud besitzt dann den nötigenknirschenden Griff, während der Glanz durch das Seifen etwas abgestumpftwird. Einzelne Fäserchen werden dabei auseinandergetrennt und der Tussah-faden erscheint dicker und voller. Die Elastizität wird durch die Behand-lung mit Seife erhöht, während die Festigkeit fast dieselbe bleibt oder un-bedeutend abnimmt. Man nimmt 3—5°/ 0 Seife vom Gewicht der Seide;zieht die Seide in der Lösung etwa 1 j 2 Stunde bei 35—40° C., schleudertaus und wäscht sehr sorgfältg. Das Absäuern besteht in der Behandlungabgekochter Tussah in einem angesäuerten Wasserbade. Die vorher geseifteTussah muss vollständig ausgewaschen sein, weil auch in kleiner Meuge aufder Faser gebliebene Seife sich im Säurebade zersetzen, die dabei abge-schiedene Fettsäure die Seide verunreinigen und ihr einen grauen Ton ver-leihen würde. Diese Behandlung hat weniger den Zweck, die durch alka-lische Bäder alterierte Seidenfaser griffig zu machen, als die ihr nochanhaftenden mineralischen Beimischungen, wie unlösliche Kalk- und Thon-erdesalze, zu entfernen. Das Bad wird kochend heiss mit 10°/ 0 rauchenderSalzsäure oder 5°/ 0 Fluorwasserstoffsäure verwendet. Die Tussah verhältsich gegen saure Bäder, auch wenn sie ziemlich konzentrierte sind, viel in-

*) Wardle, Engl . Patent 908 (1879).