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Zweiter Band.
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Das Waschen.

differenter, als die echte Seide; ihre gute Wirkung besteht aber darin, dasssie die anorganischen Faserbestandteile, die beim Beizen und Färben derAufnahme von Metallsalzen und Farbstoffen entgegenwirken, auflösen. Nachdem Absäuern wird der Glanz stärker; die Festigkeit sinkt um einige Pro-zente, während die Elastizität beträchtlich steigt. Die Festigkeitsabnahmetritt naturgemäss bei Seiden mit starkem Aschengehalt (Kalk) besondershervor.

Es mögen an dieser Stelle einige Worte über das für die Wasch- undFixierungsbäder der Seideufärberei in grosser Menge verwendete kohlensaureNatron, die Soda, gesagt werden, um den zur Zeit noch bestehenden Vor-urteilen vieler Seidenfärber eutgegenzutreten. Bekanntlich liefert die che-mische Industrie mehrere Gattungen der Soda; die Krystallsoda, welche ausder Rohsodaschmelze durch Auslaugen und Krystallisieren des Produktes er-halten wird, enthält ausser geringen Mengen von Natriumsulfat und -chloridkeine anderweitigen Verunreinigungen und ist, was für die Seidenindustriebesonders in Betracht kommt, frei von Ätznatron. Aus diesem Grunde istder Krystallsoda vor der calcinierten Leblancsoda, die neben schwefelsauremNatron und Kochsalz, Kieselsäure und Thonerde stets etwas freies Alkalienthält, immer der Vorzug zu geben. Seit man indessen in der calcinier-ten (wasserfreien) Ammoniak- oder Solvaysoda ein technisches Produkt vonfast chemischer Reinheit besitzt, welches namentlich frei von Ätznatron istund nur durch geringe Mengen von Kochsalz und Natrinmsesquikarbonatverunreinigt ist, darf man die Anwendung der Krystallsoda als ungerecht-fertigt betrachten. Abgesehen von den infolge des Wassergehaltes erhöhtenTransportspesen, stellt sich ihre Anwendung in vielen anderen Hinsichtenviel teurer, als die der ebenso reinen Ammoniaksoda, deren Löslichkeit imWasser kaum der des krystallisierten Produktes nachsteht. Da Krystallsoda ( Na 2 C0 3 10 // 2 0) viel Wasser enthält, so besitzen 100 Teile Ammoniak-soda dieselbe Wirksamkeit, wie 250 T. Krystallsoda. Die letztere verliertan der Luft, namentlich in zerkleinertem Zustande, oberflächlich ihr Krystall-wasser, sie verwittert, und man ist deshalb beim Abwägeu nie über ihrengenauen Gehalt an kohlensaurem Natron unterrichtet. Trotz dieser Übel-stände wird Krystallsoda in der Seidenfärberei noch vielfach benutzt, wasteils auf Vorurteile, teils auf Unkenntnis des wahren Sachverhalts zurück-zuführen ist.

Nunmehr sollen die mechanischen Hilfsmittel des Waschprozesses Er-wähnung finden. Die älteste Waschmaschine ist von Berthaut konstruiertworden. In ihr werden die Stränge zwischen zwei horizontal rotierenden,mit Löchern versehenen Walzen angespannt, durch deren Hohlachsen feine,kräftige Wasserstrahlen hervorspritzen; das Waschen wird in 8—10 Minu-ten vollendet. Die Maschine besteht aus 12 Walzen. Während sechs vonihnen beschickt werden, arbeiten die anderen und vice versa. Dieses Systemwurde in der sogenannten preussischen Waschmaschine vereinfacht, in derdie Stränge an einer Walze frei hängen, und die viel bessere Resultate