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Das Bleichen.
mit einer Mischung von Alkohol und Salzsäure im Autoklaven erhitzt wurde 1 ),und eine ähnliche von Wagner 2 ), wobei man sie mit einer stärkerenalkoholischen Säuremischung kalt digerierte. Diese Bleichmethoden beruhenauf der Extraktion des Farbstoffs durch Alkohol unter Lockerung seinerVerbindung mit der Faser durch Salzsäure. Sogar durch einfache Be-handlung mit Alkohol lässt sich der gelbe Farbstoff aus der Seide extra-hieren; man hängt sie für einige Stunden in kalte einprozentige Pottasche-lösung, wäscht und trocknet sie und bringt sie in ein Bad aus Methyl-alkohol, wo die Entfärbung nach kurzer Zeit vollzogen ist. Die so behandelteSeide hat ausserdem die Eigenschaft erworben, Farbstoffe und Beizen vielenergischer aufzunehmen. Giobert verwendete abwechselnd Chlorwasser (!)und schweflige Säure. Frezon 3 ) bleichte die Seide mit einer Mischungvon Oxalsäure und Kochsalz. Das Tessie du Motaysche Verfahren,welches eine zeitlang von einiger Bedeutung war, bestand darin, denFarbstoff durch Baryumsuperoxyd zu oxydieren und das auf der Faserfixierte Baryumoxyd durch eine Säurepassage zu entfernen. Auf dieses Ver-fahren, welches namentlich für wilde Seiden noch vor einigen Jahren vielangewendet wurde, kommen wir später zurück und erwähnen schliesslichnoch die Duportsche Bleichmethode. Hier wurde die Seide nach der Per-oxydbehandlung noch durch ein Bad aus hypermangansaurem Kali geführt,das, um das entstehende Alkali zu binden, mit Bittersalz versetzt war,und das Manganoxyd durch ein Bad aus Bisulfit und Salzsäure entfernt.Auch das Duportsche Verfahren wurde später für wilde Seiden in grossemMafsstabe augewendet.
Befassen wir uns zunächst mit dem Bleichen der Ecru, das den Farb-stoff entfernen soll, ohne auf den Bast oder die Faser selbst die geringsteWirkung auszuüben. Die in einem Sodabade (2—3°/ 0 ) bei 30—35° ent-fettete Ecru kann mit einem der folgenden Mittel gebleicht werden:
1. mit Schwefeldämpfen resp. schwefliger Säure,
2. mit Hydroschwefligsaurem Natron,
3. mit Nitrososchwefelsäure,
4. mit Königswasser,
5. mit Wasserstoffsuperoxyd,
6. durch Elektrolytisches Bleichen.
Die am meisten verbreitete Bleichmethode besteht darin, dass man dievorher mit Wasser oder Seifenlösung getränkte Seide den sich beim Brennendes Schwefels entwickelnden Dämpfen aussetzt. Die Behandlung wird ineigens dazu eingerichteten Schwefelkammern vollzogen, die etwa 4 m lang,3,50 m hoch und 2 m breit sind, an deren vier Ecken, in einer Höhe von30 cm über dem Boden, Kessel zur Aufnahme des Schwefels angebracht