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Zweiter Band.
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Das Bleichen.

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sind. In 2 m Höhe sind Stangen zum Aufhängen der Stränge befestigt.Man entzündet den Schwefel, dessen Menge etwa 2—4 °/ 0 vom Seidengewichtbeträgt, mittels Glüheisens, schliesst die Kammer hermetisch und lässt dieEinwirkung 24-—36 Stunden lang andauern, worauf man eine Abzugsklappeöffnet und die Gase durch den Schornstein entweichen lässt. Der Bleich-prozess beruht hier in erster Linie auf einer Reduktion des natür-lichen Farbstoffs zu einer Leukoverbindung, wobei Schwefeldioxyd inSchwefelsäure verwandelt wird. Da diese Reaktion nur in Gegenwart vonWasser vor sich gehen kann, so ist ein Bleichprozess mit trockener Seideundenkbar. Dass bei der Einwirkung von schwefliger Säure eine Total-reduktiou des gesamten Farbstoffs stattfände, ist nicht wahrscheinlich, viel-mehr muss angenommen werden, dass hier das Schwefeldioxyd die ihmeigentümliche Eigenschaft zeigt, mit den gefärbten und schwerlöslichenKörpern farblose und wasserlösliche Doppelverbindungen einzugehen. Dieletzteren, welche in der gebleichten Seide neben dem vollständig reduziertenTeile des Farbstoffs vorhanden sind, sind unbeständig und zersetzen sich ander Luft von selbst; dasselbe gilt von den Leukoverbindungen, d. li. denReduktionsprodukten, die nur in einer Schwefeldioxydatmosphäre bestehenkönnen, an der Luft aber von neuem oxydieren und den Farbstoff re-generieren. Man muss daher stets dafür Sorge tragen, dass die gebleichteSeide unverzüglich und sorgfältig gewaschen wird, damit die oben erwähn-ten Produkte baldmöglichst aus der Faser entfernt worden. Aus der Schwefel-kammer kommt die Seide sofort in die Waschbäder, wo auch der Über-schuss des von der Faser absorbierten Schwefeldioxyds ausgewaschen wird.Um das letztere, welches der Faser stark anhaftet und schwer zu entfernenist, in die leicht lösliche Schwefelsäure überzuführen, setzt man den mitSoda alkalisch gemachten Waschbädern etwas Wasserstoffsuperoxyd zu; als-dann wird in laufendem Wasser oder auf der Maschine mehrmals gewaschen.Es empfiehlt sich, die Seide nachträglich bei ca. 40—50° einige Stundenzu trocknen und nochmals zu waschen, wodurch die Reste von Schwefel-dioxyd entfernt werden. Nach der Ansicht von Moyret 2 ) wirkt dasSchwefeldioxyd nur im Moment der Kondensation auf der feuchten Faser,d. i. beim Übergang aus dem gasförmigen in den flüssig gelösten Zustand,bleichend, während die schweflige Säure auf die trockne Faser keinerleiWirkung ausübt. Es wurde auch vorgeschlagen, die wässrige Lösung derschwefligen Säure resp. des angesäuerten Bisulfits statt der gasförmigenSäure anzuwenden, doch hat das wenig Vorteil. An manchen Orten wirdauch das kondensierte Anhydrid in flüssiger Form verwendet; man nimmt500—1000 g pro Kubikmeter 2 ).

Das hydroschwefligsaure Natron ( NaJISO 2 ) wird unmittelbar vor demGebrauch durch Digerieren von 7 T. Zinkstaub oder 25 T. Zinkblech miteiner konzentrierten Natriumbisulfitlösung, enthaltend 100 T. NaHSO i , in

') Textile de Lyon, 1881, S. 153. — s ) Pictet, Französ . Patent 143839 (1881).