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Das Bleichen.
einem geschlossenen, mit Rührvorrichtung versehenen Behälter, in den manmitunter noch gasförmiges Schwefeldioxyd einleitet, hergestellt. Die so er-haltene Lösung, welche neben Natriumhydrosulfit viel ZinknatriumsulfitNa 2 Zn(SO s ) 2 enthält, wird mit Kalkmilch versetzt, wobei Zinkoxyd undCalciumsulfit ausgefällt werden und lediglich hydroschwefligsaures Natronin der Flüssigkeit gelöst bleibt. Um die Bildung und Ausfällung des nutz-losen Calciumsulfits zu verhindern, wird nach dem Vorgang Dawsons dieBisulfitlösung unmittelbar vor dem Zusatz des Zinkstaubs mit so vielSchwefelsäure angesäuert, dass die Gesamtmenge der schwefligen Säure inFreiheit gesetzt wird, ohne in Gasform zu entweichen, was freilich nur inmässig verdünnten Lösungen möglich ist. Man verdünnt die abgezogeneklare Flüssigkeit auf 3° Be, setzt unmittelbar vor dem Gebrauch 1%Essigsäure zu und zieht die Seide rasch mehrere Male um. In neuerer Zeitist diese Bleichmethode von Tommergue folgendermafsen verbessert wor-den: In 300 kg Natriumbisulfit von 35—40° wird die entsprechende MengeZinkstaub gelöst, wobei das Gefäss durch einen äusseren Strom kaltenWassers gut gekühlt wird. Nach einer Stunde ist die Reduktion vollendet,man lässt die Mischung 12 Stunden stehen, trennt die abgeschiedenen Krystalledes Zinknatriumsulfits von der Lauge und verdünnt dieselbe mit der gleichenMen<re Wasser. Das Bleichen dauert 6 Stunden, wonach man die Seidesofort stark auswäscht und unter Umständen durch schwache Salzsäureführt, um die zuweilen von unlöslichem Zinksalz herrührenden Flecke zuentfernen. Nach dem Vorschläge Kallabs versetzt man das Bleichbad mitetwas Indigo, wodurch eine Küpe gebildet wird. Es geht dann einerseitsdie Reduktion des Seidenfarbstoffs, andererseits die Fixierung von Indigo -weiss auf der Faser vor sich. Letzteres geht alsdann an der Luft inIndigoblau über und deckt den gelblichen Ton der Faser.
Die Nitrososchwefelsäure (Nitrosylsulfat NO — S0 3 — OH ), die zuerst vonGuignon & Marnas in Lyon (1850) angewendet wurde 1 ), ist eine Auf-lösung salpetriger Dämpfe in Schwefelsäure und stellt in kleinem Volumenein kräftiges Bleichmittel dar, das die Seide fast momentan, kalt und ingrosser Verdünnung entfärbt. Das Nitrosylsulfat ist im Gegensatz zu demnachfolgenden Bleichmittel, dem Nitrosylchlorid, ein fester Körper und bildetdie sogenannten Bleikammerkrystalle der Schwefelsäurefabriken. Es kannauch leicht bereitet werden, indem man berechnete Mengen von gut ge-trocknetem Natriumnitrit in eiskalter konzentrierter Schwefelsäure auflöst.Seine Auflösung in Wasser wirkt im Sinne der Gleichung
NO . SOJI + h 2 o = HN0 2 + 7/ 2 S0 4 ,
d. h. wie salpetrige Säure reduzierend. Man löst 1 °/ 0 Nitrososchwefelsäurevon 70° Be in einem kalten Wasserbade auf, rührt stark um und geht mit