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Das Bleichen.
oxyd um so haltbarer und wirksamer ist, je reiuer es ist, so em-pfiehlt es sich, ein möglichst reines Baryumperoxyd anzuwenden, z. B.85—90°/ 0 haltiges, ärmere Produkte aber trotz ihres billigen Preises zu ver-werfen. Das frühere Thenardsche Verfahren mit Salzsäure unter nach-träglicher Ausfüllung des Baryums als Baryumsulfat und Neutralisieren derSchwefelsäure durch erneute Zugabe von Baryumperoxyd ist nur in kleine-rem Mafsstabe anwendbar. Die jetzt allgemein übliche Darstellungsweisebesteht darin, dass das fein zermahlene und mit Wasser zu einem homogenenBrei angerührte Baryumperoxyd — das dabei in das Superoxydhydrat über-geht — in entsprechend verdünnte Schwefel- oder Phosphorsäure einge-tragen wird, wobei man unter Ausfüllung von schwefelsaurem resp. phos-phorsaurem Baryt eine klare Lösung des Wasserstoffperoxyds erhält. Nochbesser eignet sich die verdünnte Flusssäure, in welche der Peroxyd hydrat-brei in ein geeignetes Gefäss in kleinen Portionen und unter Eiskühluug(die Temperatur darf 10° nicht übersteigen) eingetragen und einige Stundenlang gerührt wird. Die klare Flüssigkeit wird von dem Niederschlag ab-gezogen und — da sie meist, trotz der genau äquivalenten Mengen vonOxyd und Säure, einen Überschuss von Säure enthält — mit Peroxydhydratgenau neutralisiert, wobei sie ihre gelbliche , Färbung verliert. Nacherneuter schneller Trennung vom Niederschlag des Baryumfluorids wird dieFlüssigkeit mit Schwefelsäure schwach angesäuert und 12 Stunden sichselbst überlassen, wobei der Rest des Baryums ausgefällt wird. Aus 90 kgBaryumperoxyd, 37,5 kg Flusssäure von 33°/ 0 und 600 1 Wasser erhältman 600 1 Wasserstoffperoxyd. Reines Wasserstoffperoxyd ist in wässriger,schwach saurer Lösung, in dunklen Flaschen an kühlem Orte aufbewahrt,sehr lange haltbar; unreines zersetzt sich bald unter Sauerstoffabgabe. Be-hufs Erteilung grösserer Haltbarkeit wird es mit geringen Mengen Alkohol,Äther, mit einer dünnen Schicht Terpentin, Karbolsäure, Chlormagnesium,Kochsalz etc. versetzt; neuerdings ist von Zinno der Zusatz von Naphthalinim Verhältnis von 1 g pro 1 der dreiprozentigen Peroxydlösung empfohlenworden. Auch soll sich zu diesem Zwecke das als Photographieentwicklerbekannte Eikonogen (0,5—1 °/ 0 ) gut eignen. Es ist von Wichtigkeit, stetsvon dem Gehalt des Wasserstoffperoxyds an wirksamem f/ 2 0 2 unterrichtetzu sein. Man säuert zu diesem Zwecke ein bestimmtes Quantum der Bleich-flüssigkeit mit Schwefelsäure an und lässt eine titrierte Kaliumpermanganat-lösung zufliessen, wobei eine Sauerstoffentwicklung und Entfärbung desChamäleons stattfindet. Ist die Reaktion zu Ende, so tritt beim fernerenZusatz von Permanganat eine bleibende schwache Rosafärbung ein; ein cceines Zehntelnormalchamäleons entspricht 0,0017 g II 2 O i . Der Gehalt deshandelsüblichen Wasserstoffperoxyds ist gewöhnlich 0,3—0,6 °/ 0 ; in neuererZeit werden aber schon 1,5- und mehrprozentige Lösungen als technischerArtikel hergestellt und versandt. Es ist auch gebräuchlich, den Gehalt derBleichflüssigkeit an aktivem Sauerstoff anzugeben; ein beispielsweise zehn-volumiges Wasserstoffperoxyd enthält in einem 1 10 1 aktiven Sauerstoff