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Natürliche Farbstoffe.
artige Extraktivstoffe der Holzsubstanz verunreinigt, viel trübere und we-niger schöne Nuancen liefern. Für Tief- und Braunschwarz finden dieBlauholzextrakte mitunter Anwendung, während sie für feine Blauschwarzganz ausgeschlossen sind. 1 kg festen reinen Blauholzextrakts enthält80—85 °/ 0 Haematein und entspricht 1,5 kg Extrakt von 30° Be oder 6 kgBlauholzspänen.
Das Abkochen des Blauholzes und anderer Farbhölzer geschieht inFärbereien in gewöhnlichen grossen Bottichen oder in besonderen Apparatenunter mässigem Druck. Der Färb- und Gerbstoff-Extrakteur von Gebr. Heine(Fig. 133) besteht aus einem gusseisernen Gestell, einem in Stopfbüchsen dreh-bar gelagerten Kessel aus Kupfer oder Eisen zur Aufnahme des auszulaugendenMaterials, Kippvorrichtung und Armatur. Der Kessel hat oben einen dichtverschliessbaren Deckel, unten ein Sieb. Der Apparat wird durch eine Rohr-leitung entweder mit dem Wasserraum oder mit dem Dampfraum des Dampf-kessels verbunden. Im ersteren Falle wird das kochende Kesselwasser direktzum Auslaugen benutzt, im letzteren Falle wird das in den Apparat zufüllende Wasser durch den Dampf im Apparate zum Kochen gebracht.Erstere Art ist die einfachere und daher jetzt meist gebräuchliche. Daskochende Kesselwasser gelangt rechts durch ein Rohr nach oben in dieBrause, wird gleichmässig über das Material verteilt und vermöge der vor-handenen Kesselspannung durch dasselbe hindurchgedrückt, passiert alsfertiger Extrakt das Sieb und steigt durch die links angeordnete Rohr-leitung in das Reservoir. Die Regulierung der Zuströmung geschieht durchVentile. Der Apparat ist für einen Überdruck von mehreren Atmosphärenkonstruiert und mit Sicherheitsventil, Manometer und Probierhahn versehen;das Füllen und Entleeren wird durch eine Kippvorrichtung sehr erleichtert.Der Universal-Farbe-Extraktionsapparat der Zittauer Maschinenfabrikbesteht aus zwei Körpern, die derart miteinander verbunden sind, dass diegewonnenen Absude mittelst Dampfdruckes beliebig von einem Körper zumanderen getrieben werden können.
Das Gelbholz, Morus tinctoria, in Brasilien, Westindien und Mexiko heimisch, ist von gelber Farbe und umso besser, je mehr es von rotenAdern durchzogen ist. Das beizenfärbende Prinzip ist das gelbe Morin(C 12 H 3 O s ) neben dem im Innern des Holzes vorhandenen Maclurin (Leuko-morin, Moringerbsäure C 13 H 10 O 6 ), aus dem das erstere durch Oxydationhervorgeht. Das Morin, ein weisser, blättrig krystallisierter Körper, liefertwieder durch Oxydation an der Luft das in gelben Füttern krystallisierendeMorein, und dieses endlich geht an der Luft unter Sauerstoffaufnahme in einbraunes, trübes Farbstoffderivat über. Es ist daher nicht anzuempfehlen,Gelbholz längere Zeit feucht und in geraspeltem Zustande liegen zu lassen,da eine Bildung des braunroten Farbstoffs auf Kosten des Morins statt-finden kann. Mit Eisenoxydsalzen liefert das Morin grüne, das Maclurinrötlichgraue Niederschläge.
Der Wau, Reseda luteola, liefert den echtesten gelben Farbstoff des