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Die Technik des Färbens.
tabakwürzigen oder an Harn erinnernden Geruch, weil er in Magazinenöfters damit begossen wird, damit er feucht bleibe und seine färbende Kraftsieb durch die schwache ammoniakalische Gärung erhöhe. Beim Trocknenverliert Orlean 50—6O 0 / o Feuchtigkeit und enthält in trocknem Zustande10—12°/ 0 Asche; ein grösserer Gehalt deutet auf Vorhandensein von Ver-fälschungsstoffen, wie Ziegelmehl, Bolus, Colcotar etc. Orlean enthält zweiFarbstoffe, das gelbe Orellin und das orangerote Bixin (Orellein). DasOrellin bildet gelbliche Nadeln und geht unter der Einwirkung von Luftund Ammoniak in das Bixin über, welches unkrystallisierbar ist. Mit Alaunliefert die schwach alkalische Orleanlösung dunkelziegelrote, mit Chlorzinnrosarote, mit Eisenvitriol braune, mit Kupfervitriol schmutzigorange und mitessigsaurem Blei hellziegelrote Niederschläge. Die Orleanfarbstoffe wider-stehen der Seife und Säure, werden aber durch die letztere ins Rotenuanciert; selbst Chlor übt keine zerstörende Wirkung aus, erhöht imGegenteil die Solidität, indem es die Einwirkung von Licht und Luft,welche am meisten die Orleanfärbnng anzugreifen vermögen, beträchtlichabschwächt.
Von der Cochenille (getrocknete Weibchen der Schildlaus, Coccuscacti), werden zwei Gattungen unterschieden, die wilde oder Wald- und diein künstlichen Kaktuspflanzungen gezogene Mesteckcochenille. Je nach derArt des Trocknens besitzt die Cochenille eine verschiedene äussere Gestalt;die im Trockenofen hergestellte enthält den Farbstoff in reinstem unzer-setztem Zustande mit charakteristischem grauen, silberartigen Überzug; dieauf Metallplatten ausgetrocknete ist teilweise geschmolzen und die graueHülle, welche wachsartiger Natur zu sein scheint, schwärzlich braun. Dieletztere wird weniger geschätzt, als die silberfarbige; die geschätzteste Qua-lität ist die von den Kanarieninseln stammende, dann die von Mexiko , Javaund schliesslich die von Lima . Als Verfälschung dient zuweilen der Talk.Das färbende Prinzip, der Cochenillekarmin, krystallisiert in gelben Nadelnund geht durch Oxydation in das Karmein, ein purpurrotes Pulver, über.
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Betrachten wir die Behandlungsweise des Materials in der Seidenfärberei,so muss vor allem bemerkt werden, dass die Einhaltung gewisser Temperatur-grenzen für das richtige Färben von Wichtigkeit ist. Die Affinität ver-schiedener Farbstoffe für Seide wechselt mit der Temperatur. Währendeinige am besten bei der Siedehitze aufgehen, färbt die Mehrzahl am in-tensivsten zwischen 60 und 80°, viele endlich gehen am besten bei 50°auf. Auf diese Weise wird es möglich, viele Farbstoffe der zweiten undder dritten Gruppe durch Kochendmachen des Bades von der Faser her-unterzuziehen, während andere, die man bei der Siedehitze dem Färbebadzugab, erst bei der Abkühlung aufgehen; daher ist es stets ratsam, jede