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Zweiter Band.
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Die Technik dea Färbens.

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Partie nach dem Ausfärben und Bemustern unverzüglich aus dem Bade zunehmen. Die Färbebäder werden hergerichtet, indem man die Wasserflottedurch Dampfeinleitung, in selteneren Fällen durch indirekte Dampfheizung,erwärmt und den sich bildenden Schaum eutfernt. Je nachdem mit frischeroder gebrochener Seife gefärbt werden soll, wird die Flotte durch Zusatzvon Soda oder Essigsäure weich gemacht oder in letzterem Falle mit einemangemessenen Quantum Schwefelsäure oder Essigsäure versetzt; man fügtnun frische Seife bezw. etwa 1 j A —% der Flotte Bastseife hinzu, so dassdas Bad eine neutrale bezw. schwachsaure Reaktion annimmt, und erhitztbis zum Kochen; zuerst die Bastseife und nachträglich Säure hinzuzufügen,ist nicht empfehlenswert, da nicht selten durch die vorhandenen Kalk-salze etc. ihre Zersetzung eintreten könnte. Bei etwa 60—70° wird dervorher gelöste Farbstoff durch ein Sieb zugegeben, das Bad aufgekocht, derDampf abgestellt und mit der Seide eingegangen. Die Stöcke werden an-fänglich schnell, daun langsamer regelmässig hin und her bewegt und dieStränge zuerst oft, dann seltener umgezogen. Bei jedem nachträglichenFarbstoffzusatz muss das Bad aufgekocht werden, um eine bessere Verteilungin der Flotte und eine innigere Verbindung mit der Bastseife zu bewirken. Istdie Partie mustergetreu geworden, so wird das Bad je nach der Farbe, obhell oder dunkel, noch ein- bis dreimal aufgekocht, was den Zweck hat,die Farbe zu egalisieren, d. i. ein Buntwerden, das bei dunklen Nuancenerst nach dem Trocknen zum Vorschein kommt, zu verhindern. Besondersist dies bei der Chappe zu beachten, die infolge der starken ZwirnungFarbstoffe schwieriger aufnimmt und Neigung zum Scheckigwerden zeigt.

Die eigentümliche Beschaffenheit der Seidenfaser, ihr homogenes unddurchsichtig glänzendes Äusseres, bringt es mit sich, dass ihre Ausfärbungeneine eigenartige Wirkung hervorrufen. Mehr als bei anderen Fasern kom-men hier Effekte zu stände, die beim Färben bi- und ternärer Nuancenmit mehreren Farbstoffen in einem oder mehreren Bädern zu entstehenpflegen. Betrachtet man ein Muster in durchfallendem Lichte, so zeigt sichgewöhnlich eine Abweichung des Grundtous, die mau „übersieht“ nennt.In den meisten Fällen trifft es sich, dass die zuerst aufgefärbte Farbe beidurchscheinendem Lichte am meisten hervortritt, während die später auf-gesetzte bei auffallendem Lichte zu sehen ist. Beim Färben nach Musterdarf dies nicht ausser Acht gelassen werden. Zeigt z. B. ein Heliotrop inder Übersicht ausgesprochenen Rotstich, so wird zuerst der Nuance undTonfülle entsprechend stark mit violettroten Farbstoffen, wie Fuchsin, Rot-violett etc. unter geringem Zusatz von Blau und Gelb vorgefärbt und beimletzten Kochendmachen mit Victoriablau oder Säureviolett auf das Muster ge-bracht. Ein Orange mit starkem Rotstich wird durch Grundieren mitPonceau oder Scharlach und Überfärben mit Gelb erzielt. Es ist mituntererwünscht, dass auch die dunkleren Farben trotz ihres satten Tons einesgewissen Feuers in der Übersicht nicht entbehren. Man verfährt in diesemFalle wie oben angedeutet, d. li. man grundiert mit einem hellen lebhaften