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Zweiter Band.
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Das Rot.

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ihre auf wissenschaftlicher Basis gegründete Erörterung an dieser Stellenicht überflüssig erscheint. Die Herstellung der Zinnkompositionen erfolgtdurch Auflösen metallischen Zinns in Gemischen von Salzsäure mit Salpeter-säure, seltener mit Schwefelsäure. Während im ersteren Falle je nach denangewandten Mengen jeder Säure nur Zinnchlorid oder ein Gemisch des-selben mit Zinnnitrat »S'w(iV0 3 ) 4 entsteht, bildet sich bei der Anwendungvon Salz- und Schwefelsäure wesentlich nur Zinnchlorür (Zinnsalz). Sorgtman durch äussere Eiskühlung der Säuremischung für niedrige Temperatur,so dürften die sich bildenden Zinnkompositionen des ersteren Typus ausserdem infolge der Reduktion der Salpetersäure durch Zinn entstehenden Am-moniumnitrat und ausser den gelösten salpetrigen Dämpfen, nur aus Chlor-zinn bestehen. Es fällt indessen schwer, eine Erwärmung der Säure-mischung gänzlich zu vermeiden, so dass wechselnde Mengen der unlöslichenMetazinnsäure Sn(OH) i entstehen, die, -wenn irgend erheblich, sich alsNiederschlag ausscheidet. Ist die angewandte Salpetersäuremenge im Ver-hältnis gering, so entsteht ein Gemisch von Zinnchlorür und -chlorid, wäh-rend bei der Anwendung eines Zinnüberschusses basische Salze, die Oxy-chloride, entstehen. In allen Fällen empfiehlt es sich, das Zinn in Stangen-form und nicht granuliert oder als Blech anzuwenden, weil es in letzteremFalle zu schnell unter stürmischer Gasentwickelung reagieren und zur Bil-dung von viel Metazinusäure Veranlassung geben würde. Die Zinnkompo-sitionen sind dickliche, meist tiefgelbe Flüssigkeiten, die nur kurze Zeitohne Zersetzung haltbar sind und daher nicht in grösserem Vorrat herge-stellt werden dürfen. Als Beispiel seien hier einige Vorschriften zur Her-stellung der Zinnkompositionen angegeben. Eine Amarantkomposition fürRotholzfärbungen wird aus 95 T. Salzsäure und 5 T. Schwefelsäure bereitet,in welcher Mischung 4 3 / 4 T. reines Zinn gelöst werden und eine wesent-liche Menge Zinnchlorür enthalten ist. Für eine Scharlachkompositionwerden 8 T. einer chlorhaltigen, aber von Schwefelsäure und niederen Stick-oxyden freien Salpetersäure unter Kühlung mit 1 T. Stangenziun gesättigt;sie enthält wesentlich salpetersaures Zinnoxyd und Ziunoxydul neben ge-löster Metazinnsäure und Ammoniumnitrat. Eine frisch bereitete Scharlach-komposition, auf dem Wasserbade gelinde erwärmt und mit Stangenzinnvollkommen gesättigt, dient zum Violettfärben mit Blauholz (physique vio-lette) und enthält lediglich Stannonitrat neben Metazinnsäure und Ammo-niumnitrat. Ein sehr verbreitetes, in unzähligen Modifikationen wieder-kehrendes „Physik“-Rezept hat mit der Herstellung des in der Neuzeitwieder aufgekommenen Zinnoxychlorids (oxymuriate d’etain) Ähnlichkeit undlautet auf 1 T. Zinn und 12 T. Salzsäure gemischt mit 4 T. Salpetersäure.Die meisten Zinnkompositionen werden in einer Stärke von 5°, seltener6—7° Be, verwendet. Ein in passendem Verhältnis angesetztes Bad ansRotholz und Ziunkomposition färbt die Seide ohne vorherige Beizung wasch-echt tief violettrot.

Seit alten Zeiten war die Cochenille die angesehenste rote Farbe und