Band 
Zweiter Band.
Seite
286
JPEG-Download
 

286

Das Rot.

werden in schwach mit organischen Säuren gebrochenem Bastseifenbade imVerhältnis von etwa 10 1 Bastseife, 100 1 Wasser und 200 g Essigsäureaufgefärbt, indem man lauwarm eingeht und dann auf 90° erhitzt. Mitden Eosinen lässt sich eine Reihe von Rosa resp. Rot erzielen, die einer-seits den gelbstichigsten Ponceaus gleichen, wie z. B. das Eosin extra AGGund das noch mehr gelbstichige Eosinscharlach D extra, andererseits aberauch sehr blaustichig sein können, z. B. extra V, BB, bläulich etc. DieEosinfärbungen zeigen die, übrigens allen Phtaleinen eigene, gelbbräunlicheFluorescenz. Blaustichiger als die Eosine sind die Erythrosine, dann folgenPhloxin, Cyanosin und schliesslich Rose Bengale. Das Rhodamin, dasebenso gut schwach sauer wie mit frischer Seife gefärbt wird, ist sowohldurch Schönheit wie Echtheit ausgezeichnet und allem Anschein nach be-stimmt, in nicht allzu ferner Zukunft alle aus dem Fluorescein abgeleitetenFarbstoffe gänzlich zu verdrängen. Abgesehen von der effektvollen Fluores-cenz lassen sich einige Phtaleinfarbstoffe durch die viel lichtechteren Azo-farben ersetzen; das Erythrosin C entspricht z. B. genau der Nuance vonPonceau 5 R. Von allen Eosinen ist das Eosin BN am lichtechtesten. Dasbasische Safranin liefert ziemlich trübe weinrote Nuancen; mit dem chemischverwandten Magdalarot stellt man zuweilen noch zarte Rosa her, die vonseltener Schönheit sind. Bläuliche satte Töne liefern die sauren Azofarb-stoffe, Bordeaux , Amaranth, Azokarmin, Azorubin S, Azorot A, Orseillerot,Palatinrot, Echtrot etc., von diesen sind Azokarmin, Echtrot und Palatinrotvon besonderer Echtheit. Klare und feurige Nuancen werden mit Pon-ceaus und Scharlachs in den verschiedenen Marken und von wechselnderchemischer Zusammensetzung, wie Brillantponceau, Brillantcrocein 9 B,Scharlach für Seide O, Croceinscharlach 10 B, Rot Y , sowie mit einerganzen Reihe verschiedener Azofarbstoffe, wie Coccin, Echtseidenrot, Walk-rot, Azocochenillerot etc. und schliesslich mit der grossen Gruppe der Beu-zidinfarben und Diaminfarbstoflfe erzielt. Viele von diesen Farbstoffen sind inmancher Hinsicht echt, in anderer wenig beständig; so sind z. B. Azocoche-nille und Azobordeaux gegen Alkali und demgemäss auch gegen Strassenstaubwiderstandsfähig, aber nicht waschecht, und bluten schon mit reinem Wasser.Wegen ihrer Alkalibeständigkeit und ziemlichen Waschechtheit eignen sichdie substantiven Baumwollfarben vorzüglich für seifenechte Artikel. AuchPrimuliurot und Thiochromogenrot liefern waschechte ponceau- bis schar-lachrote Nuancen. Diaminechtrot und Diaminbordeaux sind namentlich fürechtere Artikel von Bedeutung und bürgern sich gleichzeitig mit anderenDiaminfarben in der Strangfärberei für dunkle Nuancen immer mehr ein.Bei hellen Nuancen, die jedoch weniger lichtecht sind, färbt man mit 5°/ 0essigsaurem Ammoniak unter langsamer Erhitzung bis zum vollständigenAusziehen des Bades und setzt zum Schluss noch 2°/ 0 Essigsäure hinzu;bei dunklen färbt man mit 4—5% Farbstoff und 10°/ 0 Glaubersalz undsetzt während des Färbens allmählich 5°/ 0 Essigsäure zu. Für die Zweckeabsoluter Echtheit gegen kochende Seife werden Diaminfarben und analoge