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Wetterechtheit der Farben.
keit befördert die Zersetzung. Orlean verändert sich durch blosse Licht-einwirkung nicht auf Baumwolle und Seide, dagegen stark auf Wolle; dieFeuchtigkeit befördert die Zersetzung auf Baumwolle, nicht aber auf Wolleund Seide. Safflor wird durch Licht nur wenig gebleicht und zwar aufBaumwolle mehr als auf Wolle und Seide. Iudigokarmin ist dagegen inder Luftleere sehr veränderlich auf Baumwolle und Wolle, wird aber aufSeide nur violettstichig. Indigo zersetzt sich in der Luftleere nicht undzeigt das umgekehrte Verhalten wie das sulfonierte Produkt. Man ersiehtaus dem Gesagten, dass für den Begriff der Echtheit nicht nur der Farb-stoff allein, sondern auch die Faser, auf der er fixiert wurde, mafsgebendist. Es bleibt vorderhand noch unerklärt, welche Rolle die Lichtstrahlenbei der Beeinflussung der Farbstoffe spielen; während bei vielen eine Oxy-dation einzutreten scheint, kann bei anderen auf einen Reduktionsprozessgeschlossen werden. Von den künstlichen Farbstoffen werden nur wenigedurch die Lichteinwirkung allein verändert. Im Gegensatz zu den natür-lichen Farbstoffen scheint hier (in der Luftleere wenigstens) eine Reduktioneinzutreten. Die Pikrinsäure z. B. nimmt eine orange Färbung an, die aufBildung eines Nitramins hindeutet.* Der Luftsauerstoff allein, also unterAbschluss von Licht, ist ebenfalls ein schwaches Agens. Die Beeinflussungist stärker, wenn die Farben der gemeinsamen Einwirkung von Licht undLuft ausgesetzt werden, und wird noch verstärkt, wenn die Luftfeuchtig-keit mitwirkt. Die letztere lockert in erster Linie die Verbindung zwischenFarbstoff und Faser und vermittelt gewissermafsen die energischere Ein-wirkung der beiden anderen Faktoren. Die in der Luft vorhandene Feuch-tigkeit zersetzt sich wahrscheinlich unter der Lichteinwirkung in ihre Kom-ponentengase unter Bildung von Wasserstoffperoxyd, wobei der Farbstoffzerstört wird. Für Curcuma und Orlean verhindert indessen die Feuchtig-keit den Bleicheffekt bei Wolle und Seide, nicht aber bei Baumwolle. BeiSafflor, Orseille, Indigokarmin befördert die Luftfeuchtigkeit ungemein diezerstörende Wirkung der Lichtstrahlen. Der Indigokarmin wird durchtrockene Luft auf der Seide nur wenig verändert, in feuchter Atmosphäreaber tritt auch hier eine Verstärkung der Wirkung, obwohl in geringeremMafse als bei der Baumwolle, ein. Sogar Indigo widersteht der Zusammen-wirkung der drei Atmosphärenfaktoren nicht und nimmt speziell auf Seideeinen gelblichen Stich an. Dass die Wetterechtheit der Farben in trocknerLuft grösser ist, als in feuchter, zeigt schon das schnelle Verblassen dermeisten Farben während des Aufenthalts auf Gewässern.
Die Solidität des Farbstoffs hängt, wie bereits an Beispielen gezeigt,in den meisten Fällen von dem Textilstoff ab. So ist Orlean im allgemeinenauf Seide, Safflorkarmin dagegen auf Baumwolle bedeutend echter, als aufanderen Gespinstfasern. Croceinscharlach und Tartrazin sind von grosserLichtechtheit auf Wolle und nur von mittlerer Beständigkeit auf Seide.Nicht wenig trägt die Wärme der Sonne und des menschlichen Körpers zurBeeinflussung von Farbstoffen bei; das Verhalten dabei ist mit wenigen