Band 
Zweiter Band.
Seite
319
JPEG-Download
 

Stflckfärberei.

319

lisch reagierenden Salze das Anilinschwarz nicht zur Entwicklung kommenlassen. Seide und Baumwolle können, in derselben Weise imprägniert, mitnicht präparierten Garnen verwebt werden; beim Ausfarben solcher Gewebeentstehen daun mehrfarbige Muster auf schwarzem Grunde. Die Seide kannauch mit essigsaurem Zinnoxydul imprägniert und mit nicht imprägnierterSeide verwebt werden. Das Gewebe wird mit einem Azofarbstoff, z. B.Ponceau und Essigsäure geklotzt, gedämpft und gewaschen. Die impräg-nierte Seide bleibt farblos, die andere wird ponceaurot. Ferner werdenSeide und Baumwolle mit saurem schwefelsaurem Natron, Traubenzucker,essigsaurem Zinuoxydul, Zinkstaub unter Zusatz eines Verdickungsmittelsimprägniert und mit gewöhnlicher Seide und Baumwolle verwebt. Das Ge-webe wird alsdann z. B. mit einer Anilinviolettlösung, Tannin und Essig-säure und unter Zusatz eines Verdickungsmittels geklotzt, getrocknet, ge-dämpft und gewaschen. Die imprägnierte Seide und Baumwolle bleibtfarblos, die nicht imprägnierten Fasern violettfarbig. Man kann sowohlgefärbte, wie ungefärbte Seide mit den Schutzbeizen imprägnieren und dannmit anderen Gespinsten verweben und so nach dem Ausfärben in Schwarz oder in einer anderen Farbe die mannigfaltigsten Farbenkombinationen zustände bringen. Ein analoges Verfahren von Decker und Junckers be-zweckt eine Beizung der couleurten Seiden, um sie beim nachträglichenStückfärben vor der Farbstoffaufnahme zu schützen; die Gespinste werdenmit essigsaurem Zinuoxydul imprägniert und durch ein Seifenbad von 25°durchgenommen, wodurch sich fettsanres Zinn auf der Faser niederschlägtund dieselbe undurchdringlich einhüllt. Bekanntlich zeigt auch die mitGerbstoffen beladene Seide eine stark verminderte Aufnahmefähigkeit, wel-ches Verhalten in vielen Fällen technisch ausgenutzt wird, z. B. um dieSeide beim Anilinschwarzprozess zu schützen *). Mau behandelt die Stückevor dem Imprägnieren mit dem Oxydationsschwarzgemisch in heisser Gerb-stoffflotte, pflatscht im Anilinschwarzbade von 5—6° Be, oxydiert rasch,wäscht, imprägniert nochmals im letzteren Bade und oxydiert. Währenddie Baumwolle dunkelgrünfarbig wird, bleibt die Seide farblos und behältnur die vom Gerbstoff herrührende schwachgelbe Färbung, die durch zwei-maliges Auskochen in schwachsaurem oder einmaliges in schwachalkalischemund dann Seifenbade entfernt werden kann. Man führt das auf der Baum-wolle entwickelte dunkelgrüne Emeraldin durch Nachoxydation im Chromat-bade in Anilinschwarz über, passiert durch Alkali, falls eine blauschwarzeNuance erwünscht ist, und seift zum Schluss. Die besten Resultate liefertdas Vanadiumschwarzverfahren, weil hierbei die Bildung von aus der Seideschwer zu entfernenden Verbindungen von im Anilinschwarzgemisch vor-kommenden Metallen mit Gerbstoffen verhütet werden kann. Die Seidekann nachträglich für sich in jeder beliebigen Farbe gefärbt werden.

* *

_ *

*) Kayser & Schulz, D. R.-P. 61087.