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Seidenzeugdruckerei der Neuzeit
Menge des in Essigsäure gelösten Tannins versetzt; auch die Farbe ausLeiogomme, Tannin, Farbstoff, Acetin und Weinsäure liefert gute Dienste.Nach dem Druck wird eine Stunde ohne Druck gedämpft und im Brech-weinsteinbade fixiert. Von guter Waschechtheit sind die meisten substan-tiven Baumwollfarbstoffe, die mit Gummi oder farblosem Dextrin verdicktund mit phosphorsaurem Natron versetzt, nach dem Druck gedämpft undeinfach gewaschen werden. Die säureunempfindlichen Diphenylfarben, wieDiamine, Benzofarbstoffe u. a. werden mit Essigsäure oder Weinsäure auf-gedruckt. Auch Alizarindampffarben finden in neuerer Zeit immer mehrEingang; sie werden in Gummiverdickung aus Farbstoff, Alaun und Oxal-säure, zuweilen unter Zusatz von Zinnsalz, oder aus Chromalaun und Wein-säure zusammengesetzt; Alizarinblau und Coerulein werden mit Bisulfit inLösung gebracht, mit Gummi oder Stärke verdickt und mit Chromalaunund Weinstein versetzt. Anilinschwarz findet namentlich für Halbseideund als Pflatschdruck für sehr dünne Stoffe, wie Gaze und Grenadine, diein heissen Bädern von ihrer Textur einbüssen würden, hervorragende An-wendung. Die Druckfarbe besteht aus mit Stärke verdicktem Gemisch vonAnilinsalz, etwas Anilin, Chlorat, Salmiak, Ammoniumvanadat und Terpentin.Man druckt, oxydiert, chromiert und seift.
Die Anwendung der Reserven im Seidendruck ist sehr alten Datums.Während man ursprünglich Harze, Fette, Wachs etc. benutzte, welche dieFarbe abwarfen, verwendete man später eine aus Gummiverdickung, Pfeifen-erde und Mehl, auch Kreide und Thonerdegallerte mit Zusatz von Terpentinzusammengesetzte Masse und wandte sich in der Neuzeit wiederum derFettreserve zu. Der Aufdruck der Reserve geschah früher stets mit Hand-modell, erst seit 1880 hat Samuel in Lyon den Maschinenbetrieb ver-mittelst heizbarer Walzen mit sehr tiefer Gravierung ermöglicht. Die üb-liche Reserve setzt sich aus Gummiverdickung, gelbem Wachs, Stearin oderParaffin und raffiniertem Petroleum zusammen. Nach dem Druck wird derStoff mit sehr feiner Pfeifenerde bestreut, bei 20—30° getrocknet und inkaltem Bade gefärbt. Nach dem Trocknen entfernt man die Reserve durchBehandlung im Benzolbade und fixiert die Farbe durch Dämpfen. Nachdem Verfahren von Bonnet & Cie., Lyon , wird für Alizarinfarbstoffe unddergl. in der Weise reserviert, dass das weiss zu lassende Muster mit einemFirnisslack oder Mastix bedruckt und der Stoff mit der Farbe gepflatschtoder ganz foulardiert oder auch auf der Druckmaschine mit der aus be-liebigem Alizarinfarbstoff, Beize, Säure und Verdickung zusammengesetztenFarbe bedruckt und lauwarm getrocknet wird. Die Reserve wird alsdanndurch geeignete Lösungsmittel, wie Benzol, Terpentin etc., aufgelöst unddie Farbe durch Dämpfen entwickelt. In den Fällen, wo es vorteilhafterist, den Stoff auszufärben, wird derselbe nach dem Aufdruck der Reservemit der entsprechenden Beize behandelt, als; basisch schwefelsaurem Eisen,holzessigsaurem Eisen, essigsaurem Chrom, essigsaurer Thonerde u. s. w.,nach dem Hängen heiss gekreidet und mit Blauholz, Gelbholz, Alizarinrot,