2
In dem höher gelegenen südöstlichen Theile des Kantons lagen die Kartoffeln und der Haferzum Theil noch unreif vom Schnee bedeckt.
Im ganzen Jahr ergaben sich 23 wolkenlose, 1-13 nur theilweise sonnige, 63 wolkige, 66theilweise regnerische, 70 ganz regnerische oder von starkem Schneefall begleitete Tage.
1 8 5 2 .
Im Januar hielt die Kälte von — 10« am 1 . bis — 12« am 9. Januar an; man fandvor Kälte erstarrte Bögel; dann stieg das Thermometer bis -s- 8° und am 22. fiel Regen unddie Temperatur war so milde, daß in der letzten Woche des Monats gepflügt werden konnte. Fastder ganze Februar war milde, dann fiel am 20. Schnee, doch ohne besondere Kälte. Im Märzherrschte fast den ganzen Monat hindurch am Tage eine Temperatur von — 3 ° bis — 5°; doch
waren die Nächte kälter. Am 25. Schnee und Riefet, dann wieder gutes Wetter, doch etwas kühle
Winde; am 28. bis 31. Mittags sogar heiß und die Nächte nicht sehr kalt. Im ganzen Monatfiel kein Regen; aber am 1. und 2. April, und an einigen andern Orten bis zum 5. Regen.Die letzten Frühlingsfröste fielen auf den 4. und 5. Das erste Gewitter entlud sich am 8. Aprilüber den Zürichsee . Vom 3.—15. beständig schönes Wetter, doch bisweilen kühler Wind; dannaber am 19., 20. und 21 stiegen und Schneegestöber; die Temperatur wechselte am Tage von— 1 « bis — 3«, die Nächte dagegen waren sehr kalt; dann bis Ende Monats schön; hier undda fiel am 28. und 29. ein warmer Regen. Vom 1. bie 5. Mai Regen, Schnee und Riesel undkalter Wind. Am 7. und 8. starker Reif, doch am Tage war es sehr warm; am 6. und 8. Thau-wetter und sehr schön und warm, 11., 12., 13. Mai fruchtbar, aber etwas kühl mit abwechselndemSonnenschein und Regen, 19. Abends starkes Gewitter mit warmem Mgen; am 20. herrlicherAuffahrtstag, Abends Gewitter. Die Vegetation keimt und sproßt und entwickelt sich prächtig.Am 24. Abends starkes Gewitter mit erquickendem Regen; am 25.-27. Regen abwechselndmit Sonnenschein. Am 28. starkes Gewitter über den Zürichsee ; am 30. Regen und Abendsstarker Sturm. Am 31. heiterte es auf, doch blieb es etwas kühl. — Im Ganzen wechselte die
Temperatur von 0« bis 22°. — Am 4. Juni ziemlich starke Gewitter am Zürichsee , von denen
das eine mit Hagel in Männedorf und Stäfa beträchtlichen Schaden anrichtete. Der Juli warziemlich warm und von 6 Gewittern war das am 18. von Hagel begleitet, der im Wehnthalbedeutenden Schaden verursachte. Auch im August fanden 6 Gewitter statt, eines davon mitHagelschlag; sonst war die mittlere Temperatur zirka -s- 14°. Fast überall hohe Wafserstände; derRhein stieg bis 18 Fuß, was seit 1824 nie mehr der Fall gewesen. Im September fiel dieTemperatur in Folge eines Hagelwetters von 15 ° bis auf 3°, stieg aber am 28. wieder auf19°. In der Nacht vom 17./18. September entleerten sich über einen großen Theil des Kantonsfast wolkenbruchartige Waffergüsse. Im Oktober herrliche Herdstwitterung, die bis zum Neujahrununterbrochen fortdauerte. Die Wiesen waren immerwährend grün, so daß sie treffliche Viehweideboten. In Gärten blühten um die Wette Frühlings- und Herbstblumen. Die Weinlese begann umdie Mitte Oktobers. Der ganze November milde, zum Theil sogar warm. Am 8. Dezemberstand das Thermometer zum ersten Mal auf 0° und zeigte bis Ende des Monats durchschnittlichzirka -s- 4°. Es fiel den ganzen Vorwinter hindurch kein Schnee, selbst die Höhen des Albisblieben ganz schneefrei. Um Weihnachten fand man einzelne blühende Roggen- und Gerstenhalme,blühenden Reps und reife Erdbeeren.