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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Erlitt Abschnitt.

Witterungs - und andere Naturverhaltnifse in den Jahren

1851 bis 186«.

Allgemeine Witterungsverhältniffe.

18 5 1.

Im Januar war die Witterung sehr milde und schneearm, so daß der Schlitten nur seltengebraucht werden konnte. Erst am 17. Februar trat eine Kälte von 6° k. ein, die aber nichtanhielt. Gegen Ende des Monats aber fiel das Thermometer wieder unter Null und stand in denersten Tagen des März in verschiedenen Gegenden aus 8 ° bis 13 allein mit dem 4. Märzbrach die Kälte und es ward wieder milder, so daß die Arbeiten in den Weinbergen begonnen undbis Ende März ungestört fortgesetzt werden konnten. Der April war Anfangs zum Theil naß,kalt und windig; gegen die Mitte und bis ans Ende des Monats aber schön und sehr fruchtbar,so daß in diesem Monat Klee gefuttert werden konnte. Dagegen war der Mai sehr ungünstig,naß und kalt; noch am 4. und 5. Mai fiel hier und da Schnee, dafür wenig Thau, wohl aberam 7./8. starker Reif und Frost. Am 12. Mai entleerte sich ein Gewitter über Oberrieden undin der Gegend von Winterthur fielen wiederholt starke Graupeln (Riesel). Vom 14. zum 16. herrschtekalter Nordwind und dichter Nebel. Im Juni war das Wetter schön und besonders für die Heu-ernte günstig. Im Juli verzögerte das anhaltende Regenwetter die Ernte sehr; in einigen Gegen-den begann die Roggenernte am 23. Juli, die Weizenernte dagegen erst im August, vom Regenhäufig unterbrochen. Am 30. Juli brach ein Hagelwetter über die Gegend von Ottenbach , Obfeldenund Zwillikon los, das dort großen Schaden anrichtete. Am 7. August entlud sich ein über denAlbis herkommendes Gewitter zunächst über Horgen und den See, dann schlug der Blitz zu Släfain ein Haus, wo er verschiedenen Schaden anrichtete, und in Erlenbach wurde der Kirchthurm eben-falls vom Blitz beschädigt. Auch am 14. August fand in der Nacht ein Gewitter statt. DerSeptember war Anfangs und bis gegen die Mitte des Monats ziemlich schön, dann trat wiederRegen und kühle Witterung ein. Der Oktober war naß und kalt und auf Ende des Monatstrat fast allgemeiner Laubfall ein. Am 1. November fiel der erste liegende Schnee, worauf baldstrenge Kälte folgte, die am 20. 7 ° erreichte, dann aber ließ die Kälte nach, so daß am4. Dezember das Thermometer -l-4« zeigte und bis zum 21. fast gleich blieb; hierauf stiegdie Kälte wieder an und erreichte am 31. Dezember 8 °.

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