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Sommerfrüchte konnte an den meisten Orten erst spät erfolgen, daher die Felder noch ziemlich kahlstehen. Die Wiesen dagegen versprechen, mit Ausnahme der Bergwiesen, einen reichen Ertrag;ebenso die Kleeäcker. Die Weinreben stehen schön, doch etwas spät. Die Obstbäume blühtenso schön, wie seit vielen Jahren nicht mehr, doch ebenfalls, mit Ausnahme der Kirsch-bäume, sehr spät.
Sommerbericht. Für Weizen, Korn, Roggen und Gerste war der Ertrag unter mittelmäßigausgefallen. Die Zahl der Garben war zwar nicht klein, aber der Ausdrusch nur ^/z, höchstens i/zeiner guten Ernte. Ungünstige, regnerische Witterung zur Blüthezeit, frühzeitiges Fallen der Fruchtund hier und da Hagelschaden veranlaßten dieses ungünstige Ergebniß. — Der Mais ertrug etwasweniger als in den letzten Jahren, sowohl nach Menge als nach Gewicht der Körner, doch wurdendie Kolben noch ziemlich reif. — Die Kartoffeln blieben nirgends ganz von der Krankheit ver-schont. Im Durchschnitt wurde etwa 1/4 von derselben befallen. In Stammheim erschien ste an denfrühen Sorten vom 6 . August an, an späten Sorten Ende des Monats, im Ganzen zirka 14 Tagespäter als voriges Jahr. In Wülflingen wurden aus 2 Jucharten 556 Tester Knollen geerntet, von denen144 Tester krank waren. Düngung mit stark gefäultem Mist und noch mehr Beschütten mit Güllewirkte sehr ungünstig; dagegen Steinkohlenasche, Oelbrod, Knochenmehl und Abfall aus Gerbereiengute Resultate erzielten. Ackerbohnen gaben trotz ihres anscheinend guten Standes nur mittlerenErtrag. Bei Stangenbohnen trat auch dieß Jahr der Brand (geschwänzter Stielbrand, llroäoappencjiouIrUÄ) auf, der jedoch weniger schadete, da er erst gegen den Herbst sich zeigte. Rüben(Mähren ) geriethen mittelmäßig bis gut; nicht überall ging der Same auf. Runkelrüben gabeneine ziemlich gute, an einigen Orten selbst eine vorzügliche Ernte. Räben (Stoppelrüben) ergabenda, wo sie von den schwarzen Würmern der Kohlblattwespe (die Anfangs September weit und breiterschienen) nicht vernichtet worden, überall einen großen Ertrag und erlangten eine außergewöhn-liche Größe, da ste bis Mitte Nevember wachsen konnten. — Hanf gerieth nur mittelmäßig, etwasbesser der Flachs. Einen guten Mittelertrag gab der Mohn, nur mittelmäßigen der Lewat. —Die Wiesen lieferten ungewöhnlich viel Heu, mäßig Emd und schönes Herbstgras. An einigenOrten (z. B. Stammheim) schadete Nässe dem Emdnutzen, an andern Orten (z. B. Stäfa) dieEngerlinge. — Von Obstbäumen waren die Zwetschgenbäume fast leer, Birnbäume kaummittelmäßig, besser die Apfelbäume. Die Folge zeigte, daß das Obst sehr haltbar war. Die Nuß-bäume hingen am See traubig voll.
Herbstbericht. Bis zum Herbste waren die Aussichten für die Rebgelände im Kanton Zürich sehr düster, und man durste an manchen Orten, namentlich in Hähern Lagen, kaum auf einen nurbrauchbaren Wein rechnen, zumal noch in der zweiten Woche des September die Traubendurchgängig hart waren; dann aber stellte sich bessere Witterung ein und hielt bis gegen EndeOktobers an. Die Weinlese begann gegen Ende Oktober und dauerte an einigen Orten bis inden November. Der Ertrag war zwar bedeutend durch Hagelschlag vermindert, die Qualität imGanzen gut.
Guter Sauser war dieß Jahr so gesucht wie noch nie. Die Gasthäuser, welche eine gute Qua-lität im rechten Stadium ausschenken konnten, waren übervoll und man zahlte für die besserenSorten 30—40 Rappen per Schoppen.
Die Herbstsaaten stehen überall sehr schön, das Rebholz ist durchweg schön und reif, die Obst-