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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Bezüglich auf die Rechnungsverhältnisse verweisen wir auf die beigefügte Rechnungsübersicht,uad führen hier nur die Hauptresultate an:

Die ordentliche Jahresrechnung zeigt eine Einnahme von Fr. 173209. 49 R.

und eine Ausgabe von .- 169940. 86 -

mithin ein Kassasaldo von .Fr. 3268. 63 R.

Der Schulfond belauft sich mit Ende 1857 auf Fr. 60248. 50 R.

Das Jnventarvermögen hat sich nach Abzug von 5 für Abnutzung um Fr. 47240. 92 R.vermehrt und beträgt mit Ende 1857 Fr. 161997. 60 R., folglich belauft sich das Gesammt-vermögen der Anstalt mit Inbegriff des Schulfonds auf Fr. 222246. 10 R.

Noch ist auch hier der reichen Geschenke dankbar zu erwähnen, welche in diesem Schuljahre derAnstalt zu Theil wurden, und zwar vor Allem aus des edelmüthigen Vermächtnisses des am6. Mai 1857 in Aarau verstorbenen Kaufmanns Friedrich August CHLtelain aus Neuenstadt, KantonBern . Herr Chätelain hatte der eidgenössischen polytechnischen Schule schon vor ihrer Entstehungmt Vorliebe gedacht, indem er durch Testament vom 11. Januar 1854 die schweizerische Eidge-nossenschaft zu seinem Haupt- und Universalerben einsetzte, um den jährlichen Ertrag seiner Hinter-kssenschaft zu Stipendien für unvermögliche, talentvolle, fleißige und sittliche schweizerische Zöglingeder von ihm ersehnten eidgenössischen Lehranstalt verwenden zu lassen. Wegen des bedeutenden Ge-shäftsverkehrs, in dem der Erblasser stand, rückte die Liquidation des Nachlasses etwas langsamtor, und es kann dieselbe auch jetzt noch nicht als beendigt angesehen werden. Sie ist übrigensemcm zuverlässigen und thätigen Manne, Herrn Notar Weyersmüller, Stadtammann in Aarau ,anvertraut, und dürfte den Mittheilungen desselben zufolge einen Reinertrag von zirka 54000 Fr.abwerfen (die in obiger Vermögensangabe der Anstalt nicht inbegriffen sind), wovon bereits 21490 Fr.L 4Vr "/v von der eidgenössischen Staatskasse zinstragend angelegt sind. Der Bundesrath, als Haupt-erbe, glaubte das Andenken an den großmüthigen Stifter des eidgenössischen Stipendienfonds durchcrn Denkmal ehren zu sollen. — Ferner hat Herr alt Bürgermeister Heß von Zürich zu Gunstender polytechnischen Schule ein reiches Legat von 10000 Fr. hinterlassen. — Auch die Sammlungenlaben reiche Geschenke erhalten. (Bundesbl. 1858 I. S. 548 ff.)

Der schweizerische Schulrath kam im Laufe des Berichtsjahrs 3 Mal zusammen und erledigteseine Geschäfte in 8 Sitzungen. Der bisherige Schulrathspräsident, Herr Dr. Kern, wurde nachdessen Ernennung zum schweizerischen Minister in Paris unter Verkantung seiner Dienste entlassen,rnd an seine Stelle Herr K. Kappeler von Frauenfeld erwählt. Bundesbl. 1858 I. S. 539 ff.

Viertes Schuljahr 1857/58.

Zum ersten Male konnte der Unterricht durch alle von der Organisation aufgestellten Jahres-lurse hindurch stattfinden, indem auch für die höchsten derselben Zöglinge heranzubilden der Anstaltdie nöthige Zeit zu Gebote stand. Mit Ausnahme einiger wenigen sind von den 109 im Winter-ind 108 im Sommersemester angekündigten Kollegien alle gelesen worden, darunter 4 italienisch,19 französisch, die übrigen deutsch . Diejenigen, welche ausschließlich der philosophisch-staatswirth-chaftlichen Abtheilung angehörten, bestanden meistens aus bloßen Vortrügen; die für Fachschüleraerbrndlichen waren durchgehends mit Repetitorien, schriftlichen Arbeiten und praktischen Uebungen-erbunden, denen sich die Schüler in der Regel nicht entziehen durften. Außer den wöchentlichenRepetitorien fanden während des Schuljahres 6 Mal Konkursarbeiten statt. Einen Haupttheil des