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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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168
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bisherige Programm forderte für jede Abtheilung eine Prüfung in 10 bis 12 Fächern, das künftigewird nur eine solche in 6 bis 7 Fächern fordern.

Da ferner der Schulrath entschlossen war, keinen Fachunterricht auf eine tiefere Stufe sinkenzu lassen und von Einführung eines vierten Jahreskurses keine Rede sein konnte, so blieb einzigdie Frage übrig, ob ein Vorbereitungskurs von höchstens einjähriger Dauer eingeführt werden soll;da namentlich für diejenigen Fächer, für welche mathematische Vorstudien unerläßlich sind, bei demungleichen Stande der verschiedenen kantonalen Lehranstalten, eine übereinstimmende Vorbereitungsehr erwünscht sein muß, so wurde die Errichtung einer Dorbereitungsklasse beschlossen und der Ein-tritt ebenfalls aus das vollendete 17. Altersjahr festgesetzt.

Um übrigens eine freundschaftliche Wechselbeziehung zwischen Kantonsschulen und Polytechnikumfestzuhalten, ist der Schulrath geneigt, in Zukunft Maturitätszeugnisse von vollständig andas Polytechnikum anschließende Kantonsschulen unter sichernden Bedingungen in Zukunft ohneweitere Prüfung anzuerkennen und darüber in Unterhandlung zu treten.

Ferner wurde für die Lehramtskandidaten die Benutzung der Universität Zürich wie für dieübrigen Schüler erwirkt.

Gegen einen schon im letzten Jahr gerügten Uebelstand, daß einige Professoren, deren Kollegienvon vielen Studenten der Universität besucht wurden, bei 14 Tagen später zu lesen begannen undeben so bei 14 Tagen früher aufhörten, als angeordnet war, sah sich der Schulrath veranlaßt, durcheine ernstgehaltene mahnende Zuschrift an die Gesammtkonferenz der Lehrer einzuschreiten, wobei siezugleich die Direktion des Erziehungswesens auf diesen Uebelstand aufmerksam machte.

Die Sammlungen und Werkstätten wurden fleißig benutzt und vielfach bereichert. An Zeich-nungsvorlagen erhielt die Anstalt 33 lithographirte architektonische Konstruktionsvorlagen alsGeschenk von Herrn Professor Breimann in Stuttgart , ferner verschiedene andere Vorlagen undWandtafeln von Baukonstruktionen, die letztem zum Gebrauche bei Vortrügen. 400 Exemplare von2 Zeichnungen der Aarbrücke bei Bern und 200 Exemplare Zeichnungen für die Konstruktion vonStützmauern; einen Atlas von Bauernseind, einige Wandtafeln uud Bücher mit mechanischenZeichnungen, eine Reihe durch Ueberdruck erhaltener mechanischer Tabellen zur Benutzung bei denVortrügen über Mechanik. Die Modell- und Waarensammlung erhielt Muster von Ziegeln,Sand, Kalk, so wie von vielen schweizerischen und fremden Bausteinen; ein Dachstuhlmodell, Par-quetttafeln, ein Brückenmodell, eine Anzahl Maschinenmodelle; aus der eigenen Werkstätte 2 Zahlen-excentriks, 8 Wandtafeln mit Kurvographen, Körpermodelle. Ferner einen vollständig aufgerüstetenWebstuhl, Modelle aller bei der Seidensabrikation gebräuchlichen Maschinen und Geräthe, das Mo-dell einer Fourniersäge mit verschiedenen Sägeblättern, große Abbildungen von Mühlen, Spinn-maschinen, Papiermaschinen u. v. a. m. Die naturhistorische Sammlung erwarb gegen 400wirbellose Thiere und Fische aus dem Mittelmeer , ferner ein Geschenk von besonders hohem Werthe,nämlich die entomologische Sammlung des sel. Herrn Escher-Zollikofer in Zürich , bestehend aus66300 Exemplaren — von den Herren Alfred Escher und Stockar-Escher in Zürich . Indie botanische Sammlung kamen Herbarien aus dem botanischen Garten von St. Petersburg , fernervon Batschy und von Schimper, Samen und Früchte ebenfalls aus dem botanischen Gartenvon St. Petersburg ; eine Menge von Lichenen und Moosalgen, das kerdsrium wieroloxicum vonRabenhorst und 2 Mikroskope. Die mineralogische, geologischeund Paläontologische