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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Die Telegraphenlinien, wie sie in ihrer ersten Anlage aufgestellt worden waren, entsprachen denAnforderungen nicht vollständig, weßhalb der Bundesrath zu dem früher erhaltenen Kredit von400000 Fr. einen weitem von 15000 Fr. zur Vervollständigung erlangte, welcher von der Bundes-versammlung im Januar 1853 bewilligt und sofort zur Erstellung neuer Linien verwendet wurde.Nach diesem Plane besteht das schweizerische Telegraphennetz aus 11 Hauptbureaux, von welchen alsZentralpunkten Linien nach je einem andern Hauptbureaux ausgehen, so daß keine Verzweigungenmehr auf sogenannten Wechselstationen vorkommen. In diesen Linien sind 59 Zwischenstationen ein-geschaltet. Dadurch wurde der ganze Liniendienst auf die Hauptbureaux konzentrirt, eine größereSicherheit und eine wesentliche Ersparniß an Beamtenpersonal erreicht.

Zur Erzielung eines regelmäßigen Dienstes ist für die ganze Schweiz die mittlere Zeit desMeridians von Bern eingeführt. Auf jedem Bureau befindet sich ein Regulator, welcher im Som-mer jeden Morgen Punkt 7 Uhr, im Winter Punkt 8 Uhr von Zofingen aus (später von Bern )auf allen Stationen telegraphisch regulirt wird. Mit der Zeitangabe ist die Regulirung der Strom-stärke auf allen Bureaux verbunden.

Die auf einem Bureau aufgegebenen Depeschen werden mit einer Nummer versehen in eineKontrole eingetragen, eben so die ankommenden. Diese Kontrole enthält den Namen des Aufgebersund des Adressaten, den Ort der Adresse, die Anzahl der Worte, die Zeit der Spedition und derAnkunft und den Preis der Depesche. Für den internationalen Verkehr wird eine besondere Kon-trole geführt.

Dem Abschluß der Verträge mit dem Auslande standen Schwierigkeiten technischer und admi-nistrativer Natur entgegen, theils indem die Apparate in den verschiedenen Ländern nach ungleichemSystem eingerichtet sind, so daß meistens beim Eintritt in ein anderes Gebiet die Depesche umge-schrieben werden muß, theils weil in den Nachbarländern die Telegraphen damals wenigstens vor-zugsweise zu Staatszwecken eingerichtet und dem Publikum nur unter erschwerenden Bedingungenzur Benutzung überlassen wurden. — Durch Vermittlung Frankreichs telegraphirte im Jahr 1853die Schweiz schon nach Belgien, Holland und durch den unterseeischen Telegraph nach England;durch Vermittlung Badens nach dem ganzen Norden von Deutschland; durch Vermittlung Oester-reichs einerseits bis an die äußerste ungarische Grenze, anderseits nach den italienischen Ländern. —Im Jahr 1855 wurde dann im Dezember ein neuer Telegraphenvertrag mit Belgien, Frankreich ,Spanien und Sardinien in Paris abgeschlossen und der Verkehr mit Spanien, Neapel und Ruß-land eröffnet, auch ein neuer Anschluß an die französischen Linien in Genf erstellt; und im Jahr1858 ein neuer Anschluß an das österreichische Telegraphennetz bei Castasegna (im Bergell ); auchkam endlich der schon im Jahr 1854 mit Württemberg abgeschlossene Vertrag zur Ausführung, undmit Baden wurde ein neuer Anschluß in Konstanz bewerkstelligt.

Nach den Erfahrungen der ersten Jahre dürften sich die Kosten für den Betrieb eines Haupt-bureau durchschnittlich aus 7000 Fr., für ein Zwischenbureau auf 1500 Fr. belaufen. Die Kom-munalleistungen für ein Hauptbureau betragen durchschnittlich per Jahr 600 Fr., diejenigen fürein Zwischenbureau 200 Fr.. Es muß somit ein Hauptbureau, um seine Ausgaben zu decken,wenigstens 6400 Fr., ein Zwischenbureau 1300 Fr. jährlich durch den Depeschenverkehr einnehmen.Eine Depeschennummer des innern Verkehrs hat einen mittlern Werth von 0,55 Fr. und eine desinternationalen Verkehrs einen solchen von 4 Fr. — Ein Telegraphendienst kann aber, sobald die