Buch 
Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
Entstehung
Seite
226
JPEG-Download
 

226

Aschengehalt der Kohle und der dieselbe stets begleitende sein eingesprengte Schwefelkies hinderndim Wege. Eine chemische Untersuchung der Kohle aus 6 verschiedenen Käpfnachergruben zeigt inProzenten: Wassergehalt 10,90; Coakgehalt 59,73; Aschengehalt 26,96; also reine Kohle nachAbzug der Asche 32,77; flüchtige Theile 40,26; der Aschegehalt der Coaks betrug 44,61.

Einen nicht unbeträchtlichen, sich ebenfalls fast jährlich mehrenden Absatz findet auch der gleich-zeitig mit der Kohle ausgebeutete Mergel.

Als ein besonderes Ereigniß, das zwar ohne erheblichen Schaden ablief, darf eine durch denauf den Halden seit längerer Zeit aufgehäuften Mergel im Jahr 1859 veranlaßte Selbstentzündungangeführt werden. — In diesem Jahre verursachte die Herstellung und der Unterhalt von zirka100000 Fuß Gestänge und die Vorrichtungen für Erhaltung eines lebhaften Wetterzugs nicht un-bedeutende Kosten. — Im Jahr 1860 wurde mit der Rektifikation der Stollensohle behufs gleich-mäßiger Vertheilung des Gefälles, worauf in früheren Jahren keine Rücksicht genommen wordenwar, begonnen, was zur Erleichterung der Tagförderung unumgänglich nöthig war.

Die einfahrende Mannschaft darf im Durchschnitt auf 30—40 Mann angenommen werden.Im Jahr 1860 betrug sie 88; nämlich 1 Obersteiger, 1 Steiger und zugleich Häuer, 51 Kohlen-häuer, 18 Förderer, 15 Klauber, 2 Tagelöhner und zugleich Kohlenwäger.

Die ungünstigen Witterungsverhältnisse dieses Jahres (1860) veranlaßten häufige Störungendes Wetterwechsels. Derselbe beruht auf dem Vertikalabstand von 100',74 zwischen dem Stollen-mundloch Nr. 3 und dem Wetterstollenmundloch am linkseitigen Abhang des Aatobels in 2760'horizontaler Entfernung. Im Winter ist derselbe sehr lebhaft, zur Zeit des Umsetzens der Witterungaber ist er wegen der langen zum Theil sehr niedrigen Strecken oft sehr matt, und doch muß derLustbedarf per Mann und Licht auf die Stunde zu 48 Kubikfuß berechnet werden.

Obgleich die Gruben bei Käpfnach bei größerem Absatz der Kohlen leicht das Doppelte bisDreifache liefern könnten, so laufen dennoch fortwährend Gesuche um Schürsbewilligung ein, die inder Regel unter bestimmten Bedingungen gegen eine gewisse Rekognitionsgebühr bewilligt werden,nur wenn sie dem vom Staate refervirten Betriedsfelde zu nahe liegen, werden solche Gesuche ab-gewiesen. Im Jahr 1858 wurde mehreren Begehren zur Bewilligung von Schürsversuchen im Aa-tobel entsprochen; da sich aber aus den Schürfarbeiten ergab, daß in den betreffenden Lokalitätenunter den gegenwärtigen Verhältnissen das Flötz nicht abbauwürdig wäre, und anderseits nach-gewiesen werden konnte, daß das Kohlenflötz im Aatobel schon vor 150 Jahren von der damalsbestehenden obrigkeitlichen Kohlen - und Torfkommission aufgefunden worden sei, so fand sich derRegierungsrath nicht veranlaßt, Konzessionen zum Abbau der Kohle zu bewilligen. Im Jahr 1860wurde jedoch den Herren Streust und Ginsberg eine Bewilligung zum Abbau eines Areals von27777 OKlafter in der Nähe von Käpfnach ertheilt, dessen Flötz mit dem von Käpfnach zwaridentisch, doch weniger ergiebig als jenes ist und eine mittlere Mächtigkeit von 5" hat-

Als wichtigste Resultate des vom Staate betriebenen Bergbaues in den Käpsnacher Braun-kohlengruben mögen folgende angeführt werden:

Im Betriebsjahr

185 l

1852

1653

1854

1855

1856

1857

1858

1859

1860

betrug der Flächeninhalt desabgebauten Flötzes in '

42847

IH'

68000

53750

sZ'

78020

ll!'

33804

Ü'

17567

die Ausbeute in Mäßen

M.

M.

M.

M.

M.

M.

M.

M.

M.

M,

(t Mäß — 0,95 Zentner»

40N5

37607

32000

40000

32569

35706

39337

50306

101388

115000

Fr. R.

Fr. R.

Fr-

Fr-

Fr.'

Fr. N.

Fr. R.

Fr-

Fr.

Fr-

Der Nettogewinn betrug

3957. 69

6180. 96

4200

5954

3652.16

8639. 72

?

10807