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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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227
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Seit dem Beginn der neuen Bergwerksverwaltung im Jahr 1850 belauft sich der an dieStaatskasse abgegebene Reingewinn auf Fr. 6237-1. 32 R.

Die Gewinnung der Schieferkohle von Dürnten wurde in Folge eines Prozesses auf langeZeit unterbrochen, während welcher das in seiner ganzen Mächtigkeit zu Tage streichende Flötzdurch das Obergebirge gänzlich verschüttet wurde, so daß nur ein unterirdischer Abbau noch einigeAussicht auf Erfolg zuließ; allein ein Expertenuntersuch ließ die Fortsetzung der Kohlengewinnungdurch den Staat auf diesem Wege nicht als thunlich erscheinen, theils wegen der sehr kostspieligenVorarbeiten, theils wegen des gänzlichen Mangels an zuverlässigen Daten über die Lagerungs-verhältnisse der Schieferkohlen in größerer Ausdehnung. Es wurde daher im Jahr 185-1 die Be-lehnung einer zu diesem Zwecke gebildeten Sozietät (A. Biedermann, G. Brändlin und I. Wolfens-berger) vorgezogen. — Der nun neu eröffnete Betrieb des Bergwerks am Oberberge entwickeltesich erfreulich, indessen veranlaßten theilweise unerwartet eingetretene Schwierigkeiten, welche sicham Ausgeh-Ende des 18' mächtigen Kohlenflötzes dem unterirdischen Abbau entgegenstellten , einenTheil des konzessionirten Kohlcnfeldes durch Tagebau zu gewinnen. In den zwei Jahren des neuenBetriebs wurden zirka 129600 Zentner Kohlen zu Tage gefördert. Leider zeigte sich schon imnächsten Jahr (1856), daß das Schieferkohlenslötz weder in der Streichung noch in der Fall-richtung diejenige Verbreitung erreicht, welche beim Beginn des Bergbaues angenommen wurde;dennoch wurden in diesem dritten Betriebsjahr 145176 Ztr. (oder 529 Schiffsladungen ä 275 Ztr.)mit einem Werthe von Fr. 80314. 90 R. und Fr. 4289. 70 R. für Asche gefördert und verkauft.Durch den Erwerb der Berechtigung, die unter dem sehr parzellirten Grundeigenthum liegendenSchieferkohlen gewinnen zu dürfen, hat sich ein sehr großes Stammkapital gebildet. Auch habendie kostspieligen Aus- und Vorrichtungsarbeiten eine sehr beträchtliche Summe in Anspruch genom-men, so daß das Unternehmen noch keineswegs als ein finanziell günstiges sich betrachten läßt. Eswurden daher zur Feststellung, ob unter der gegenwärtigen Abbausohle noch ein Kohlenflötz vorhan-den sei, verschiedene Versuchsschachte bis auf den Sandstein niedergetrieben. Wird nämlich derSandstein erreicht, ohne ein weiteres Kohlenflötz zu finden, so sind weitere Versuche unnütz, da derSandstein niemals schieferkohlenführend ist. — Wegen vielfacher Störungen in den Lagerungs-verhältnissen des Kohlenflötzes blieb die Förderung im Betriebsjahr 1857/58 hinter den Erwar-tungen zurück, und es beschränkte sich dieselbe auf 374 Schiffsladungen oder 102850 Ztr. im Werthevon Fr. 60924. 46 R. Die letzterwähnten Versuche lieferten kein günstiges Ergebniß. Im Betriebs-jahr 1859/60 wurden 384 Schiffsladungen oder 105600 Ztr. Stückkohlen und 17248 Ztr. Brockennebst 17000 Tansen Asche rc. im Gesammtwerth von 65821 Fr. gefördert. Die mittlere Mächtigkeitdes Lagers war 4'/z—5'.— In diesem Jahre wurden dann neue Schürsversuche bei der Schön-eich, nahe bei der Eisenbahnstation Unterwetzikon , auf Schieferkohle angestellt, bei denen manbei 19' Tiefe auf ein Lager von 2' stieß, bei 18' hatte dasselbe 5' Mächtigkeit; bei einem andernbei 16' Tiefe 6i/r^7' Mächtigkeit; aber bei einem weitem Niedergehen bis auf 42' Tiefe zeigtesich kein zweites Lager. Aehnliche Resultate zeigten eine zweite und dritte Reihe von Versuchen beiBossikon und Betzholz u. s. s. Im Ganzen wurden 16 Versuchsschächte mit einer Gesammt-tiefe von 4815' niedergetrieben, welche einen Kostenaufwand von Fr. 3387. 76 R. verursachten,die aus dem Reinertrag der Käpfnachergruben bestricken wurden. Das durch diese Versuche auf dasVorhandensein von Kohle vorläufig ausgewickelte Areal umfaßt nur zirka 60000 sZ', und die

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