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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Ueber die Kreisgerichte ist nichts neues zu berichten und auch die Leistungen der Friedensrich-terämter scheinen befriedigend. Auch in diesem Jahr zeigte sich eine nicht unbedeutende Gcschästs-verminderung. Bei den Friedensrichterämtern Hofstetten und Schlatt wurden keine Klagen einge-reicht und bei den Aemtern Aesch (bei Birmensdorf), Unter-Engstringen, Elgg und Wiesendangen konnten die Beschwerden durch Vergleich erledigt werden.

1859.

Rücksichtlich der Ablösung von Reallasten ist für Löschung des Zehntens durchweg mehr gethanworden, als für diejenige des Grundzinses. Die Totalbereinigung der Grundprotokolle wurde inmehreren Gemeinden durchgeführt oder doch eingeleitet.

Die Berichte über die Geschäftsführung der Notare lauten fortwährend befriedigend, ebensorücksichtlich der Visitation, die in denjenigen von Pfäffikon, Kyburg, Winterthur, Oberwinterthur ,Wülflingen, Elgg, Andelfingen, Feuerthalen, Stammheim und Rheinau Statt gesunden hatte.3 Kandidaten für das Notariatswesen erhalten Fähigkeitszeugnisse und 3 andern wurden dieselbenerneuert. Ein Kandidat wurde zum Notar befördert, an die Stelle des verstorbenen Landschreibersin Regensberg.

Ueber die Geschäftsführung der Schuldenschreiber erklären sich die Bezirksgerichte befriedigt,auch hat die reglementarische Visitation die Protokolle und Archive der Schuldenschreiber von Pfäf-fikon, Winterthur und Andelfingen in Ordnung gefunden. — Auch in diesem Jahr zeigt sich eineVerminderung der Schuldbetreibung, besonders des schnellen Rechtstriebs. Bezüglich auf die Voll-ziehung desselben und die Führung der Pfand- und Rechtstriebprotokolle wird diejenige des Stadt-ammanns von Zürich und der Gemeindammänner von Wiedikon, Wipkingen , Erlenbach, Küßnach,Uetikon, Volketsweil, Pfäffikon, Affoltern bei Höngg, Niederzlatt, Oberglatt und Stadel als vor-züglich hervorgehoben.

Ueber die Verrichtungen der Anwälte sprechen die meisten Bezirksgerichte, sowie auch das Ober-gericht ihre Befriedigung aus. Zwei Kandidaten erhielten das Patent als Kantonsprokuratorcn undein Kantousprokurator wurde zum Fürsprech befördert.

Ueber die Geschäftsagenten sind keine Klagen laut geworden; drei derselben wurden zu Erneue-rung ihrer Patente empfohlen.

Das Obergericht erklärt über die Leistungen der Bezirksgerichte und ihrer Präsidenten, sowieüber die Verrichtungen der Bezirksgerichtsschreiber seine Zufriedenheit, auch lautet der Bericht überdie Visitation der Kanzleien Pfäffikon, Winterthur und Andelfingen ganz befriedigend. Zu erwäh-nen ist auch, daß in diesem Jahre keine Nichtigkeitsbeschwerden, keine Restitutions- und keine Straf-umwandlungsgesuche, sowie keine Beschwerden über die Verhörämter bei den Bezirksgerichten ein-gekommen sind.

Ueber die Kreisgerichte lauten die Berichte wie gewöhnlich, namentlich wird fortwährend überden äußerst langsamen Gang der Zivilprozesse geklagt.

Bei den Friedensrichterämtern Oetweil an der Limmat, Greifensce, Dietlikon und Otelfingen sind keine Klagen eingereicht worden und in den Gemeinden Schottikon, Lindau , Freienstein, Waster-kingen, Buch und Hüttikon haben die Friedensrichter die wenigen eingegangenen Klagen durch Ver-gleich erledigt. Eine beträchtliche Anzahl von Friedensrichtern konnten die Bezirksgerichte sowohlbezüglich auf die Protokollsührung als über die Sorgfalt, welche sie auf die gütliche Beilegung