von Streitigkeiten verwendet haben, besondere Zufriedenheit bezeugen, während bei vielen anderndie Prüfung der Protokolle wie gewohnt zu Ausstellungen und Rügen Veranlassung gab.
1860.
Auch in diesem Jahre haben nur wenige Gemeinden rücksichtlich der durch das Gesetz vorge-schriebenen Eintragung der bestehenden Grunddienstbarkeiten und Reallasten in die Grundprotokollesich dazu verständigt, obgleich der Ablauf der dafür angesetzten Frist nahe bevorsteht.
Der schon mehrere Jahre hindurch bestandene Konflikt mit den Großherzoglich Badischen Be-hörden betreffend Fertigung über die sogenannten Rheinauer Reben wurde endlich durch einen Ver-trag zwischen der Großherzoglich Badischen Regierung und dem schweizerischen Bundesrath geregelt.
Ueber die Geschäftsführung der Notare lauten die Berichte durchweg befriedigend. Die regle-mentarische Visitation der Notariatskanzleien Küßnacht, Meilen, Männedorf, Stäfa , Grüningen,Wald und Greifensee gab mit Ausnahme einer einzigen ein völlig befriedigendes Resultat. — DieGeschäfte des vakant gewordenen Notariats Rhein au wurden einstweilen wegen seines äußerstgeringen Umfangs und mit Hinsicht auf die bald bevorstehende Reform in der Eintheilung derNotariatskreise dem Notar von Feuerthalen provisorisch übertragen. — Als Notariatskandidaterhielt ein schon im vorigen Jahre Geprüfter das Fähigkeitszeugniß, 2 andern wurde die Erneue-rung derselben bewilligt und 2 an die erledigten Notariate Greifensee und Pfäffikon befördert.
Mit der Geschäftsführung der Schuldenschreiber erklären sich die meisten Bezirksgerichte zu-frieden. Die Visitation der Protokolle und Archive der Schuldenschreiber in Meilen, Hinweil undUster fand dieselben in Ordnung.
Die auffallende Vermehrung des Rechlstriebs für laufende Forderungen bürste ihren haupt-sächlichsten Grund in dem theilweisen Mißrathen der nothwendigsten Lebensmittel und dem daherigenPreisaufschlag derselben zu suchen haben. — Die Zahl der Gemeindammänner, deren Geschäfts-führung das Lob der Behörden verdient, ist im Wachsen begriffen.
Ueber die Anwälte lauten die Berichte des Bezirksgerichts mit wenigen Ausnahmen günstig,welches Urtheil das Obergericht im Ganzen bestätigt, mit Ausnahme eines Falles, wo ein Fürsprechauf ein Jahr in der Ausübung der Advokatur eingestellt wurde. Von drei Kandidaten wurde zweiendie Prüfung im Notariatsfach bewilligt und dem einen derselben das Patent ertheilt, der anderezog seine Anmeldung freiwillig zurück. Zwei bereits seit Jahren in Funktion stehende Kantons-prokuratoren haben sich zur Prüfung behufs Ausnahme in die Klasse der Fürsprecher gemeldet.
Ueber die Verrichtungen der Geschästsagenten wurde im Allgemeinen keine Klage geführt;5 derselben erhielten die Empfehlung zu Erneuerung des Patents; 2 andere erhielten dieselbe sofort.
Ueber die Leistungen der Bezirksgerichte so wie insbesondere über diejenige der Mehrzahlihrer Präsidenten in ihrer Einzelnkompetenz spricht sich das Obergericht im Allgemeinen vollkommenbefriedigt aus; doch fehlt es einigen der letztem an den nöthigen juristischen Kenntnissen und dererforderlichen Geschäftsgewandtheit.
Die Berichte über die Leistungen der Bezirksgerichte und die Geschäftsführung der Gerichts-schreiber lauten befriedigend und bei der reglementarischen Visitation der Gerichtskanzleien Meilen,Hinweil und Uster zeigten sich dieselben in guter Ordnung.
Ueber die Kreisgerichte und die Kreisgerichtsschreiber wiederholen sich dieselben Bemerkungenwie früher. Ebenso bezüglich auf die Friedensrichter.