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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Aufschwung hemmend wirken müßte, und daß die allmälige Entwickelung der verschiedenen Ansichtenabzuwarten seien. Je nachdem Ergebnisse der Beobachtungen wären dann die im Interesse des Handwerks-standes liegenden Maßnahmen zu berathen und die Bestrebungen, wo sie als zum Gedeihen des-selben förderlich anerkannt würden, zu unterstützen. In diesem Sinne wurde nun auch bei der vomGewerbsverein des Bezirks Zürich veranstalteten und im August 1854 ausgeführten kantonalen In-dustrie-Ausstellung von den Behörden mitgewirkt. Der Regierungsrath bewilligte hierzu aus seinemfreien Kredit einen Beitrag von Fr. 2000. Aus der Mitte der Kommission für das Gewerbswesenwurde eine engere Kommission bestellt, um in Verbindung mit dem Vorstände des Gewerbs-Vereinsan den wichtigern Berathungen über die für die Ausstellung zu treffenden Anordnungen Theil zunehmen. — Die Ausstellung wurde dann am 10. August im Kasino in Zürich eröffnet. Die Lei-tung des Ganzen besorgte in vorzüglicher Weise der Präsident der engern Kommission, Hr. LudwigWorz. — Der Iste Saal enthielt Tischler- und Ebenisten-Arbeiten und Fortepiano's, der 2te Thon-waaren, vorzüglich von Hrn. Ziegler-Pellis. Der 3te Silberarbeiten, Vergolderarbeiten und Instru-mente, der 4te Seidenstoffe, Posamenterie, Pferdhaar-, Hanf- und Stroh-Blonden, Glasmalereien;— ferner im Theaterfoyer Drechsler-, Kupserschmid-, Buchbinder-, Bijouterie-, Flachmaler-, Schuh-macherarbeiten und Lederwaaren. — Ein einläßlicher Bericht über die Resultate dieser Ausstellungfindet sich in dem von der engern Kommission verfaßten Expertenberichte vom 31. Weinmonat undin dem Berichte der Kommission für das Gewerbswesen an den Regierungsrath vom 21. Christ-monat 1854. — Ein Resümö über die interessantem Gegenstände findet sich auch in Nr. 249 und250 der Neuen Zürcher Zeitung desselben Jahres. Es betheiligten sich dabei 321 Aussteller, welche69 Gewerbe repräsentirten und 1625 Gegenstände lieferten. — Der Besuch zeigte eine ziemlichrege Theilnahme in 36 Tagen (v. 10. Aug.—16. Seht.), im Ganzen 7991 Personen, also durch-schnittlich 222 Personen täglich. Es wurden 3332 Verlosungskarten bezogen. Die ganze Einnahmebetrug 19250 Fr. Der Assekuranzwerth der ausgestellten Gegenstände beläuft sich auf zirka250,000 Fr. Zur Verlosung wurden bis 11. Sept. angekauft: an Gegenständen von Handwerkernfür 4600 Fr., von Fabrikanten für 3000 Fr., dabei sind noch zu verwenden zirka 4000 Fr.

An der Industrie-Ausstellung in New-Aork hatten sich ebenfalls mehrere Zürcher-Häuser be-theiligt, von denen mehrere mit Preisen oder Ehrenmeldungen bedacht wurden. — Folgende erhiel-ten die bronzene Medaille: Die HHrn. Baumann und Streuli in Horgen für Seidenzeuge; Greu-ter und Gebr. Nieter in Winterthur für gedruckte Jndienne und Kattun, als schöne Anwendungdes Adrianopelrothes; Hüni und Hübert in Zürich für ein großes Piano; Gebrüder Staub inHorgen für Vervollkommnung der Fabrikation schwarzer Seide und gewobene Dessins des Krystall-palastes; Meyer Jakob, Sohn, in Wipkingen für gedruckte Jndienne. — Ehrenmeldung erhielten:Die HHrn. Baumann und Streuli in Horgen; Stäubli in Horgen ; Zuppinger im Eichthal fürSeidenwaaren.

Da der Gewerbsverein durch die Ausstellung in den Besitz der nöthigen Fonds kam, um seineVersuche selbstständig beginnen zu können, so wurde vom Regierungsrathe auf den Wunsch derKommission für das Gewerbswesen dieser die Ermächtigung ertheilt, dem Verein für den gegebenenFall ein angemessenes Lokal auf Kosten des Staates anzuweisen, und dadurch zu den Versuchensolcher kleinerer Ausstellungen auch ferner mitzuwirken.