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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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wurde für die Anatomie mit Beförderung zum Ordinarius Herr Pros. Dr. Herm. Meier und fürdie Physiologie Herr Privatdocent Dr. I. Moleschott in Heidelberg gleichfalls als ordentlicher Pro-fessor ernannt. Außerordentliche Professuren wurden den Herren Dr. Giesker und vr. A. Fick übertra-gen. Durch den Tod wurde der Fakultät entrissen: Herr Pros. vr. Spöndlin, seine Funktionenübernahm vikariatsweise Herr Privatdocent vr. Heinrich Spöndli. In der philosophischen Fa-kultät wurden ernannt a. zu ordentlichen Professoren die Herren Pros. vr. Bischer in Tübingen ,Pros. vr. Nägeli in Freiburg, Pros. vr. Raabe und Pros. vr. Mousson, beide in Zürich ; b. zuaußerordentlichen Professoren die Herren Pros. Wolf und Deschwanden in Zürich . Als Privatdocen-len habUitirten sich die Herren vr. G. Sidler in Unterstraß und C. Crarner von Zürich . — Diesämmtlichen Fakultäten sprechen im Allgemeinen über Fleiß und Betragen der Studirenden ihreZufriedenheit aus.

1856 / 57 .

Im Personal der Hochschule hatten folgende Veränderungen Statt: In der theologischenFakultät nahm Herr Pros. Melchior Ulrich im Wintersemester seine Entlassung. Aus der staats-wissenschaftlichen Fakultät schied Herr Privatdocent vr. Rückert aus. An der medizinischenFakultät habilitirte sich zu Anfang des Sommersemesters Herr vr. Friedrich Hörner von Zürich als Privatdocent und Herr Pros. Moleschott begann seine Lehrtätigkeit. Für chemische Untersuchun-gen der medizinischen Klinik und des Krankenhauses wurde ein Assistent angestellt. In der philo-sophischen Fakultät wurde eine außerordentliche Professur für spezielle, namentlich spekulativePhilosophie gegründet und dem Herrn Pros. vr. Kym mit Rang, Titel und Befugniß eines ordent-lichen Professors übertragen; ferner wurde eine außerordentliche Professur für Sanskrit und Sprach-vergleichung an Herrn Pros. vr. Heinrich Schweizer und eine solche für altgermanische Sprachen undLiteratur an Herrn Pros. vr. Ettmüller übertragen. Als Privatdocenten habilitirten sich Herr vr. Ro-chst und vr. Schwandaer. Mit dem Schlüsse des Studienjahres erhielt Herr Pros. vr. Bobrik dienachgesuchte Entlassung, um das ihm übertragene Direktorium der Handelsakademie in Danzig zuübernehmen. Seine Professur wurde Herrn Pros. vr. Kym übertragen. Zu Ende des zweiten Seme-sters wurden die Herren Prof.vr. Clausius für Physik und Pros. vr. Kenngott für Mineralogie zu ordent-lichen Honorarprofessoren ohne Gehalt angestellt in der Meinung, daß ihre Vorlesungen an derpolytechnischen Schule als Erfüllung ihrer Verpflichtungen zur Abhaltung von Kollegien an derHochschule gelten sollen. — Endlich wurde zum Direktor des versuchsweise neu errichteten philo-logischen Seminars Herr Pros. vr. Köchly ernannt.

Bezüglich aus die Leistungen der Studirenden bezeugt die theologische Fakultät der großenMehrzahl ihrer Angehörigen das Zeugniß des Fleißes und wissenschaftlichen Eifers; jedoch wirdüber mangelhafte Vorbildung im Hebräischen und in der griechischen Syntax geklagt, auch das frühePredigen als für die Studien nachteilig erklärt. Die staatswisse nschaftliche Fakultät rühmtden Fleiß ihrer Zuhörer und insbesondere deren Thätigkeit in den praktischen Uebungen für Krimi-nalrecht und Zivilprozeß. Die medizinische Fakultät bedauert die Abnahme^ der Zahl ihrerZuhörer und den Umstand, daß die Professur für geburtshülfliche Klinik noch nicht wieder besetztwerden konnte. Die philosophische Fakultät rühmt den fleißigen Kollegienbesuch und namentlichdie Theilnahme an den praktischen Uebungen, botanischer Rcpetitorien und philologischer Jnterpreta-lion, bedauert aber, daß die Zahl derjenigen Studenten abnimmt, welche selbst populär gehaltene

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