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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Der Senat betheiligte sich in diesem Jahre durch eine Abordnung an dem Jubiläum der Uni-versität Freiburg .

1858/59.

Im Lehrerpersonal fanden folgende Veränderungen Statt: Die medizinische Fakultät ver-lor durch den Tod den Herrn Pros. Dr. Giesker. Dagegen wurde die geburtshülfliche Professur unddie Direktion der obstetricischen Klinik durch Berufung des Herrn Dr. B. Breslau, Privatdocentenin München , definitiv besetzt. Die philosophische Fakultät verlor durch Hinschied den HerrnPros. Or. Raabe, dagegen habilitirten sich Herr Dr. Duröge für Mathematik, Herr Pros. Dr. Wildvon Wädensweil (der aber zu Anfang 1859 nach Bern berufen wurde) für Physik und HerrI. I. Honegger von Dürnten für deutsche und französische Literatur.

Auch dieses Jahr ließ sich die Hochschule an einem auswärtigen Jubiläum, demjenigen vonJena , durch zwei Abgeordnete des Senats vertreten.

Da mit dem Wintersemester 1857/58 die Hochschule ein Vierteljahrhundert ihres Bestehens hintersich sah, so hatte der Senat in Erwägung wie reichen Inhaltes die zurückgelegte Periode für dieHochschule war, und von welcher Bedeutung auch der kleinere Zeitabschnitt ihres Lebens in beweg-ter Demokratie eine angemessene Erweiterung der diesjährigen Stiftungsfeier beschlossen. Es wurdezu diesem Ende hin bestimmt, die Festrede des Rektors habe zum Gegenstände die Geschichte derHochschule zu wählen; ferner solle eine besondere deutsche Festschrift herausgegeben und die Univer-sitäten von Basel und Bern eingeladen werden, sich durch Abgeordnete bei dem Feste vertreten zulassen. Andrerseits wurden alle Professoren, welche vordem an der zürcherischen Hochschule gewirkthatten, durch ein besonderes Schreiben und alle ehemaligen Komilitonen durch Aufruf in öffentlichenBlättern eingeladen, sich an der Stiftungsfeier zu betheiligen, mit welcher zugleich das fünfzigjäh-rige Jubiläum des Nestors der Hochschule, Pros. l)r. I. I. Hottinger, verbunden werden sollte.Allenthalben fand das Vorhaben Zustimmung und lebhafte Sympathie. Die Antwortschreiben derehemaligen Professoren enthielten gleich den Adressen von Basel und Bern die herzlichsten Glück-wünsche und zeugten von ungeschwächter Anhänglichkeit an Zürichs Hochschule. Von Bern, Mün-chen, Wien fanden sich einige persönlich ein, während die jetzigen Göttinger die Hochschule miteiner Foliotasel ehrten. Auf den Tag der Feier strömten die frühern Kommilitonen von allen Seitenherbei und das Fest selbst verlief, von der Witterung begünstigt, unter achtungsvoller Theilnahmedes Publikums nach Maßgabe des Programms zu allgemeiner Zufriedenheit. Wie einst vor 25 Jah-ren bewegte sich der offizielle Zug unter Glockengeläute vom Rathhause zum Großmünster, woselbstein Männerchor die Feier einleitete. Hierauf hielt zuvörderst der Rektor die Festrede, sodann schil-derte Herr Pros. Dr. G. v. Wyß den Lebensgang und die vielfachen Verdienste des Jubilars Hot-tinger; den Schluß machte die Preisvertheilung und Verkündigung neuer Preisaufgaben. Es hattedie staatswissenschaftliche Fakultät «eine Darstellung der Grundsätze des römischen Rechtes über dieWillenserklärung durch konkludente Handlungen und durch Stillschweigen" ausgeschrieben und eswaren zwei Beantwortungen eingegangen, deren eine die Fa kultät des vollen, die andere des Nahe-preises würdig erkannte. Als Verfasser der ersten ergab die Eröffnung des versiegelten Zettels HerrnAlbert Schneider von Albisrieden, als den der zweiten Herrn Johannes Stößel von Bärentsweil-

Ueber den Fleiß und das Verhalten der Studirenden sprechen die sämmtlichen Fakultäten imAllgemeinen ihre Zufriedenheit aus — obgleich einerseits die schöne Sommerszeit, dann der noch