Himmel sowohl die fröhliche Jugend als die Masse von neugierigen Zuschauern bei dem schönstenAkte des Festes.
Der oben erwähnten gedruckten Darstellung der Disposition des Feldmanövers zwischenSchwamendingen und Oerlikon war eine kurze historische Einleitung vorausgeschickt, welche M Er-klärung derselben diente, und auf welche wir aus Mangel an Raum verweisen müssen; auch warendemselben eine Anzahl von allgemein zu beobachtenden Vorsichtsmaßregeln und Vorschriften sowohlfür die Kadetten als für das Publikum angehängt.
Das Ostkorps (die Oesterreich» vorstellend) marschirte, 10 Halbbataillone und 2'/z Batterienstark, mit 10 Geschützen um 11^ Uhr von Zürich über Unterstraß nach der Herzogenmühle ab.Das Westkorps (die Franzosen ) um 11^ Uhr, 8 Halbbataillone und 2 Batterien mit 8 Geschützen, nachOerlikon und Schwamendingen, wo es zwischen Oerlikon und Wolfhag Stellung nahm mit einzelnenvorgeschobenen Abtheilungen zu möglichst langer Verhinderung des Schlagens einer Schiffbrücke.
Das Manöver selbst fand ohne allen Unfall unter persönlicher Leitung des Hrn. Oberst Zieglerstatt, und darf als völlig gelungen bezeichnet werden. Das Ostkorps als Offensive ward von Hrn.Oberst Ott, das Westkorps als Defensive von Hrn. Oberst von Escher kommandirt.
Nachdem der Uebergang des Ostkorps über die Glatt bewerkstelligt war, begab sich das West-korps unter den Schutz der auf dem Kamm der Einsattelung zwischen dem Zürichberg und Wipkinger-berg aufgestellten Reserven, deren Vortheilhafte Stellung das fernere Vorrücken der Offensive hemmte,worauf das Signal zum Abbrechen des Gefechtes gegeben wurde.
Während der Zeit, da das Manöver ausgeführt wurde, war Zürich leer, fast die ganze Ein-wohnerschaft desselben und der Umgebung war nach Oerlikon ausgewandert. Man schätzte ohne Ueber-treibung die Zahl der Zuschauer zwischen 40 bis 50 Tausend. Demselben waren in dem käuflichzu habenden Dispositionsplane besondere Plätze angewiesen, auch wurde das Manövrirfeld durchMilizposten und Kavallerie freigehalten. Die Aerzte und Ambulanten hatten gute Ruhe, indem nur3 oder 4 Kadetten durch eigene Unvorsichtigkeit sich leichtverwundet hatten. Unglück entstand, Gottsei Dank, keines. Ein Zwischenfall führte auf die Entdeckung eines Verbrechens, das ohne diesesManöver vielleicht lange nicht an's Tageslicht gekommen wäre. In einem Graben im Oerlikon»Riedte fanden Kadetten in einen Sack eingenäht die Leiche eines neugeborenen Kindes. — DieThäterin wurde wenige Tage nach dem Auffinden des Kindes entdeckt und sofort verhaftet. —
Nach vollendetem Gefechte und mehrern sehr gelungenen Endefeuern zog nun die kleine Armeemit klingendem Spiele fröhlich und wohlgemuth und in trefflicher Haltung durch Oberstraß wiedernach der Stadt, begleitet von vielen Tausend Zuschauern und durch fast ununterbrochene Spalierevon solchen, bis zum Sammelplatz hinter der Kaserne, wo die übrig gebliebene Munition abgegebenwerden mußte. Nachher wurden die Kadetten zum Ablegen der Waffen und zum Abendessen in ihreQuartiere entlassen, und auf 6 Uhr zu unbewaffnetem Appell auf ihre Sammelplätze beordert, vonwo sie durch eigene Zugänge in die für sie bestimmten Sitze zu dem Feuerwerke auf demalten Schützenplatz geführt wurden, während dem Publikum vorher durch andere Zugänge dieihnen reservirten Stellen angewiesen worden waren, so daß auch da das nothwendig zu erwartengewesene Gedränge, wobei leicht Unglück hätte entstehen können, vermieden wurde.
Das von unserm berühmten Pyrotechnik» G. Schweizer gefertigte und geleitete Feuerwerk warin allen Theilen ausgezeichnet, und besonders der Schluß, die Erstürmung des Malakoffs wahrhaft
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