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Wasser, das er auf unsere jungen Krieger niedergoß, sie geprüft, ob sie dem guten Stahle gleichen,der durch die Abkühlung nur um so härter wird. Sie hatten die Prüfung meisterhaft bestanden,darum verdienten sie auch, daß ihnen der Himmel durch das schöne Wetter dieselbe reichlich ersetzte.
Das Liben, welches durch dieses Fest in die Stadt Zürich gebracht wurde, war ein wunderbarschönes. Allgemein wird anerkannt, daß seit Menschengedenken kein Fest, selbst Maifeste, Eisenbahn-eröffnungen und Sechseläuten eine solche Menge Menschen in die Stadt gezogen habe. In denGasthöfen logirten bei Tausenden, in den Privatwohnungen noch weit mehr. Alles nahm mit tieferRührung an der Freude der Jugend Theil. Man sah nicht nur Damen, sondern selbst ernsteMänner Thränen beim Anblick dieser jungen Mannschaft vergießen, und wie der Dichter Keller inseinem Marschlied zum Kadettenfest den Eidgenossenoberst zufrieden an den Degen schlagen undrufen läßt von frohem Muth bewegt: »Die Saat, die steht im Segen," so wiederholten Wohl allewahren Schweizer freudig erregt: »Die Saat, die steht im Segen."
Wenn dann jeden Morgen früh die Kanonen donnerten, und die Tagwache nach allen Seitentrommelte und musizirte, da trieb es nicht nur die kleinen Soldaten aus den Betten, die Großenliefen mit und nach. Besonders erfreulich fiel es auf, daß von vielen fremden Kadetten selbst ausdem fernen Tessin die Väter anwesend waren; und daß auch eine große Zahl der Männer desFriedens, Geistliche beider Konfessionen besonders aber katholischer — wohl wegen der sittlichenGefahr geängstigt — sich herbei machten, und sich überzeugen konnten, daß ihre Angst vergeblichwar. Der würdige Bischof von St. Gallen traf in Wallenstatt die St. Galler und Bündner Kadetten;auf ihren Wunsch inspizirte er sie, und unter unendlichem Jubel durchschritt der Greis ihre Reihen.— Eine einzige Klasse von Gästen, die aus der Ferne herbei gekommen war, hätte man weggewünscht;es sind die fremden Gauner, welche den Leuten die Uhren abrissen und die Taschen leerten, undsich dabei selbst an eidgenössische Obersten wagten.*)
Den Tag hindurch und besonders Abends besuchten zahlreiche Zuschauer die reich geschmückteFesthalle, wo ausgezeichnete Musik die Feststimmung noch erhöhte.
Nach der durch die Verlängerung des Festes um einen Tag und Verschiebung des Manöversauf den Donnerstag nöthig gewordenen Abänderung des Programms war auf Morgens 8 Uhrein unbewafsneter Apell angeordnet worden, worauf die Kadetten sich nach allen Seiten zerstreuten, umdie Sehenswürdigkeiten der Stadt in Augenschein zu nehmen, wo überall Mitglieder der Festkommisston,Lehrer oder Vorsteher und Angestellte bereit waren, den Wißbegierigen alles zu zeigen und zu erklären.Auf 10 Uhr war in allen Quartieren ein zweites solideres Frühstück bereit gehalten, worauf dieKadetten um IlU/z Uhr auf dem Kasernenplatz an ihren angewiesenen Stellen sich sammelten, und wodie Austheilung der Munition, der gedruckten Disposition des Gefechtes nebst lithographirtem Plänchender Umgegend von Schwamendingen und Oerlikon und der unterscheidenden Feldzeichen an das West-korps stattfand; dann zogen die verschiedenen Korps nach der Empfangsnahme der Fahnen, durch dieüberall mit Teppichen, Guirlanden, Blumen, Kränzen, Flaggen und Wimpeln schön pavoisirtenStraßen der Stadt nach dem Manöverirfelde.
Zwar häuften sich durch einen kalten Nordwind drohende Wolken, doch beim Ausmarschschwanden sie größtentheils und bald begünstigte die liebe Sonne und der heitere Himmel
Glücklicherweise wurden einige solcher Subjekte erwischt und in Sicherheit gebracht.