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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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außerordentlich mühsame Arbeit verursachten die zahllosen durch die Einführung des neuen Münz-fußes veranlaßten Reduktionen von Schuldbrief- und Grundzinskapitalien, Zinsen, Zinstrinkgeldern,Besoldungen, Löhnen und Gebühren aller Art in die neue Währung, sowie die briefliche Mitthei-lung dieser Veränderungen an sämmtliche Schuldner. — Die Grundzinsforderungen des Spitalsim Kanton Aargau und der Versuch der dortigen Grundzmspflichtigen, die Raten ihrer Grundzinsestatt durch den Träger aus Einer Hand, jeder einzeln für sich bezahlen zu wollen (wornach statt6 Schuldnern 97 entstanden wären), veranlaßte die Behörde, durch Herbeiziehung rechtskundigeraargauischer Geschäftsmänner die Rechte des Spitals wahren zu lassen, was ihr auch gelang. LautAuftrag des Regierungsraths vom 22. Wintermonat 1852 mußte ein neues, ganz ins Einzelnegehendes Schema für den Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben der Kantonal-Kranken- undVersorgungsanstalten entworfen und die Amtsrechnungen und Handbücher der Verwaltung und desKassieramts in genaue Uebereinstimmung mit den Titeln des Budgets gebracht werden. Weitausdas umfassendste und mühevollste Geschäft war jedoch die Revision des 1167 Nummern enthalten-den Schuldbriefarchivs mit Bezug auf den materiellen Gehalt derselben und ihre Vergleichung mitden Zinsbüchern und Urbarien. In Folge dieser Untersuchung mußten 112 Verfügungen getroffenund eine Anzahl von Schuldposten im Betrag von nahe an 400000 Fr. gekündet werden. ImI. 1853 und 1854 verursachte die Sorge für die Lebensmittel der Behörde vielfache außerordent-liche Bemühungen, doch gelang es ihr, aus den Fruchtvorräthen des Staates und durch direkteEinkäufe in Deutschland ansehnliche Quanten vorzüglich guter Frucht zu billigem Preis für dieAnstalt zu erwerben. — Für die Oekonomie des Spitals war auch sehr wichtig die am 27. Herbst-monat zu Stande gekommene Uebernahme sämmtlicher, dem Staate zuständiger Weinzehnten durchdie Spitalpflege nach einem Durchschnittspreis von 16 Fr. per Saum.

Der in Folge einer von der Finanzdirektion angeordneten Jnventarerhebung ermittelte Betragdes Gesammtvermögens der Kantonal-Kranken- und Bersorgungsanstalten zeigte beim Abschluß am22. März 1854 an zinstragendem Kapital Fr. 3,703433. 55 R.

an nichtzinstragendem „ „ 1,177304. 27 „

an Korrentvermögen „ 72855. 04 „

Summa Fr. 4,953592. 66 R.

und daraus haftende Passiva „ 5479. 17 „

Mithin reines Vermögen Fr. 4,948113. 69 R.

Leider mußte im Lauf des Jahres der bisherige Spitalkassier B. in Folge strafbarer Handlungenseiner Amtsverrichtungen durch gerichtliches Urtheil am 27. Sept. enthoben werden und es gingdann am 1. August 1855 die Kassaverwaltung aus dem bisherigen Provisorium an den vomRegierungsrath gewählten Herrn Ed. Meier-Rahn von Zürich über.

Als einen sehr erfreulichen Erwerb darf das in unmittelbarer Nähe des neuen Krankenhausesgelegene Wohngebäude Nr. 2. l>. nebst Garten um die Summe von 11600 Fr. angesehen werden,da dasselbe nicht blos zur Arrondirung sich eignete, sondern auch, weil damit ein mit gutem Wasserreichlich versehener Brunnen der Anstalt als Eigenthum zufiel.

Laut Beschluß des Regierungsrathes vom 9. Herbstmonat 1858 soll von nun an die ganzeSumme der Pfrundeinkäufe (nicht wie bis anhin nur die Hälfte derselben) an die Korrentkasse

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