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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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legenheiten als der Spitalpflege in hohem Grade in Anspruch nahm. — Es wurde successive Desin-fektion sämmtlicher Räumlichkeiten der Anstalt nebst andern zweckdienlichen Vorkehrungen vorgenommenund für weitere Untersuchung allfälliger Uebelstände, sowie deren Beseitigung Auftrag ertheilt.

k' Seelsorge.

Die geistliche Pflege der Kranken wird durch das Pfarramt besorgt, welches auch mit demUnterricht und der Konfirmation der minderjährigen Patienten betraut ist.

Nachdem die Aufsichtsbehörde sich im Jahr 1855 überzeugt hatte, daß ein gedeihliches Wirkendes bisherigen Pfarrers Erni als Seelsorger der Anstalt nicht mehr möglich sei, wurde derselbeveranlaßt, seine Resignation einzureichen. Nach dessen Entlassung wurde Herr Karl Pestalozzi zumPfarrer an den hiesigen Krankenanstalten erwählt und gegen Ende des Jahres wurden die geistlichenVerrichtungen an der Spannweid durch Beschluß des Regierungsrathes Herrn Katechet Denzler inFluntern übertragen. Seit dieser Zeit werden die sonntäglichen Predigten sowohl als die wöchent-lichen Andachtsübungen in allen Abtheilungen des Kantonsspitals mit sichtlichem Interesse be-sucht. Weitaus den größten Theil seiner Zeit und Kräfte verwendet der würdige Geistliche aufdie spezielle Seelsorge. Durch Verwendung desselben fließen den Kranken fast alljährlich reicheArmcnspenden wohlthäiigcr Privaten zu, die meist für Anschaffung warmer Kleidungsstücke fürRekonvaleszenten und Austretende verwendet werden.

Seit einer Reihe von Jahren wird auch an Weihnachten eine kleine Summe aus der Amts-kasse zu Ertheilung von Geschenken an verdiente Wärter und Wärterinnen und ebenso aus derGottesgabenkasse an würdige Versorgte verwendet und durch diese Gaben, so wie durch eine passendeFeierlichkeit beiden das Weihnachtsfest erheitert und verschönert.

Einen sehr wohlthätigen Einfluß auf Körper und Seele vieler Bewohner der Krankenanstaltübt auch die kleine Bibliothek, die sehr häufig von den Kranken benützt wird und zu deren Aeuf-nung dem Geistlichen von der evangelischen Gesellschaft auf verdankenswerthe Weise ein Krediteröffnet wurde.

An der Spannweid wird die Seelsorge fortwährend als sehr schwierig geschildert.

Im Jahr 1860 starben die beiden Verwalter im alten und im neuen Spital, Herr Boßhardund Herr Meier, kurze Zeit nach einander. An ihre Stellen wurden gewählt Herr Nabholz vonZürich und Herr Frei von Winterlhur.

O. Die Verwaltung.

Zur Vereinfachung des Rechnungswesens wurde am 21. Febr. 1850 vom Finanzrathe be-schlossen, statt der frühern Beiträge an die einzelnen Abtheilungen und Bedürfnisse der verschiedenenKantonalkrankenanstalten alljährlich in runder Summe 4500 alte Franken*) aus der Staatskasseabzugeben. Auf den Wunsch der Staatsrechnungsprüfungskommission wurden dann im I. 1851genaue Spezialrechnungen über das Bau-, Güter- und Fabrikwesen des Spitals angefertigt. Eine

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