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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Saasthal große Zerstörungen und vielfaches Unglück hervor, so daß sich mehrere Vereine, sowie dieRedaktionen mehrerer Zeitungen auch im K. Zürich zur Sammlung von Unterstützungsbeiträgenveranlaßt fanden. So sammelte die Redaktion der Neuen Zürcher Zeitung bis Ende Januars alleinüber Fr. 12300 in 212 Gaben. Aus dem Kanton Zürich gingen Fr. 28603 ein, woran aus derStadt Zürich Fr. 6220.

1857.

Für Unterstützung der in den eidg. Dienst berufenen Militärs und ihrer Familien.

Da in Folge der Neuenburger Revolution vom Sept. 1856 gegen Ende des Jahres dieBundesbehörden durch die kriegerisch sich gestaltenden Aussichten sich veranlaßt sahen, bedeutendeTruppenaufgebote zu verfügen, so bildete sich sofort ein Unterstützungskomitö, um die Gaben, welchetheils zur Unterstützung der bedürftigern Militärs, theils namentlich auch ihrer dadurch in Nothversetzten Familien in Empfang zu nehmen und gehörig zu besorgen. Bald flössen von allen Sei-ten zu diesem Zwecke reiche Gaben. In den ersten Tagen waren in der Stadt Zürich schon überFr. 20000 gezeichnet.

Nicht minder reichlich wurde auch in Winterthur und in den meisten Gemeinden auf der Land-schaft gesteuert, und selbst von Schweizern im Auslande gingen sehr ansehnliche Summen für dieseZwecke ein, so daß alle Bedürfnisse in reichem Maße befriedigt werden konnten und noch ein be-trächtlicher Ueberschuß blieb.

Im März wurde bezüglich auf den noch unverwendeten Rest der eingegangenen Militärunter-stützungsgelder im Betrage von zirka Fr. 16000 und der vom Bundesrathe zugetheilten Fr. 15000beschlossen, es sollen diese Gelder als ein besonderer Fond unter Aufsicht eines Komitö aufbewahrtund verwaltet werden, und im Mai wurde derselbe von der Regierung aus Staatsmitteln verdop-pelt und als Pensionsfond aufgestellt.

Für die Hinterlassenen der im Hauensteintunnel Verunglückten.

Das entsetzliche Unglück*), das am 29. Mai Morgens 9 Uhr die in dem Tunnel der Basel -Oltencr Eisenbahn am Hauenstein Arbeitenden durch Einsturz eines Schachtes in Folge des inBrand gerathenen Sperrwerks betraf, rief in der ganzen Schweiz eine so allgemeine Theilnahmean dem Loose der Hinterlassenen der zahlreichen Verunglückten hervor, daß schon in oen ersten Tagendes Juni die Beisteuern zur Erleichterung des Unglücks über Fr. 43000 erreichten, wovon aus demKanton Zürich u. a. in 35 durch die Expedition der N. Zürcherzeitung gesammelten GabenFr. 1385. 40 R. eingingen.

Im Ganzen wurden den Hinterlassenen der Verunglückten in der Schweiz Fr. 60508. 93 R-beigesteuert, wobei die Direktion der Centralbahn und der Unternehmer des Baues, Herr Brassey,sich aufs Rühmlichste betheiligten.

1858.

Für den Bau einer reformirten Kirche in Luzern .

Nachdem die Regierung des Kantons Zürich an den Bau der reformirten Kirche in Luzern im Juli 1858 einen Beitrag von Fr. 4000 zu geben beschlossen hatte, bewilligte sie auch den

-j Ueber diese bedauernswürdige Katastrophe verweisen wir auf die Zeitungsartikel von jenem Datum, wie z. B> Zür-cherische FreitagSzeiiung Nro. 2Z und 24, 1857.