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„Und ob auch dieser Blumenflor zerstiebe„Die Treue bleibt, die ihn zu Kränzen wand."
An der Ehrenpforte im Selnau:
„Ihr Schützenbrüder, Kunst- und Bund'sgenossen„Willkommen hier nach gutem, altem Brauch.
„Die Blumenpforten steh'n Euch aufgeschlossen„Und wahrlich unsere Herzen auch."
Und auf der Rückseite:
„Laßt hohlen Worten lärmende Verehrer! *)
„Nur in der Wahrheit sonne sich das Herz!
„Der Schwur im Grütli war kein glaubensleerer,„Der Schwur in Zürich war kein tönend Erz."
Beim Eingang ins Sihlhölzli:
„Hinein! hinein! Dort blühen Eu're Maien!
„Dort rauscht die Fahne, winkt Euch der Genuß!„Dort möget Ihr das Jubelbündniß weihen,
„Als Enkel Tell's durch einen Meisterschuß!"
Und auf der Rückseite:
„Der Schweizer Freiheit und der Bund der Schützen„Sind Zwillingskinder, Einer Kraft entstammt.
„Sie werden stets sich heben, tragen, schützen,
„So lang des Ursprungs Weihe sie durchflammt!"Unter dem Fahnenstand:
„Die Fahnen all', die hier vereint zur Stunde,
„Die Zeichen all', die hier vereint zum Bunde,„Beherrscht das weiße Kreuz im rothen Grunde."
Aus den Vier Waldstätten kamen am Morgen des 3. Mai etwa 100 Schützen mit fünfFahnen**); an ihrer Spitze Joseph Jsaak, Schützenmeister aus Luzern , als Redner derselben. Siewurden vom zürcherischen Schützenkomite aus ihrem Sammelplatz vor dem Gasthof zur Krone mitMusik abgeholt und zogen dann mit dem Spiel der Luzerner -Musik in das freundliche Sihlhölzliwo bereits Schuß auf Schuß knatrertc. Der Empfang von Seite der Stadtschützengesellschaft durchStadtrath Zwingst war eben so feierlich als rührend und herzlich. In den Begrüßungsreden gabsich der gleiche Geist kund, der auch aus allen am 1. Mai beim Hauptfest gehaltenen Reden all-seitig wohlthuend sich aussprach, nämlich der Gedanke: „Wir müssen zusammenhalten, gleich unsernAlten; wir können uns wohl zu Zeiten hassen, aber nie und nimmer von einander lassen, undwenn wir auch fortschreiten mit der Welt, so bleibt doch, was uns aufrecht erhält, das weiße Kreuzim rothen Grunde, die alte Treu im neuen Bunde."
Anspielung auf die im Einladungsschreiben erwähnte Bestimmung, daß in dem Festsaale politische Toaste v erpönt
seien.
**) Nur die Urner, die jedoch bloß in geringer Zahl erschienen, hatten ihre Schützetifahne nicht mitbringen können.