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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Fahnen auswärtiger Gesellschaften, die beiden Zentralkomite's, die Abordnungen der Behörden undEhrengäste, das Organisationskomite und seine Sektionen, die Schreiber, ein Peloton Scharfschützen ,die Standschützen mit ihren Fahnen, die Aktionäre, die Trompetermusik, die Feldschützen mit ihrenFahnen, die Warner, ein Peloton Scharfschützen .

Ueberall waren die Straßen mit Blumengewinden, Fahnen, Flaggen und Wimpeln geschmack-voll dekorirt, und auf der Stadtgrenze zu Anfang der Seefeldstraße befand sich auf großartigemTriumphbogen die wohlgelungene kolossale Statue Wilhelm Tells in kühner Haltung nach dem ver-hängnißvollen Schusse dargestellt, mit dem Pfeildurchschossenen Apfel in der ausgestreckten Hand.*)

Auf dem Festplatze angelangt, wurde Halt gemacht, die Scharfschützen bildeten Spaliere, zwi-schen welchen die beiden Zentralkomites mit der eidgenössischen Fahne, der sich die Kantonal- undStadtschützcnfahne anschloß, bis zur Gabcnhalle vortraten, worauf die übrigen Theilnehmer in an-gemessener Entfernung in einen Halbkreis sich aufstellten.

Der Akt der Fahnenübergabe wurde durch die Festmusik eingeleitet, worauf die Eröffnung desFestes durch die Reden **) des abtretenden und des neuen Präsidenten folgten. Hierauf wurde dieeidgenössische Fahne unter einer Salve von 22 Kanonenschüssen auf der Gabenhalle aufgepflanztund von den Fahnen der übrigen anwesenden Schützengesellschaften ***) umgeben. Während diesesAktes wurde der Ehrenwein kredenzt und unter Musikbegleitung das Lied »Rufst du mein Vater-land" gesungen.

Nach Beendigung dieses Aktes trat nun das neue Konnte sofort in Thätigkeit, die verschiedenenBüreau; wurden geöffnet und es drängte sich bald alles zu denselben, um die Doppel- und Speise-karten zu lösen 1), und schon füllte sich der Festplatz mit Neugierigen jedes Standes und Alters.

Um 12 Uhr verkündete ein Kanonenschuß den Ansang der ersten Gesellschaftstafel in der Fest-hütte. Die Bedienung und das Essen werden allgemein als vortrefflich belobt. Musik und zahlreicheToaste-sl) würzten das Mahl.

Punkt 1 Uhr gibt ein Kanonenschuß das Signal zum Beginnen des Schießens, und sofortzählt man bis 48 Schüsse in der Minute.

Dieser treffliche Gedanke und dessen Ausführung verdankte man der Einwohnerschaft der Gemeinde Riesbach . Die12 Schuh hohe Bildsäule ist in Typs ausgeführt von dem geschickten Bildhauer Siegfried von Wipkingen; der größteVerdienst für deren Aufstellung gebührt neben dem Künstler dem Hrn, Kantonsrath Brunner, Zimmermeister im Seefeld ,der auf eigene Kosten den Triumphbogen Herrichten ließ.

Es kann nicht die Aufgabe dieses Werkes sein, den Inhalt dieser Reden hier mitzutheilen, sie finden sich übrigensu. A. in Nr. 185 der N.-Z.-Ztg. vom 4. Juli 1859.

***> Von Schützensahnen waren bei der Eröffnung anwesend: die Berner und Zürcher Kantonalfahnen, der BernerMusketengesellschaft, die von Langenthal, die Fahne von Bremen, Schaffhausen, daS Sternenbanner Nordamerikas undeine Menge zürcherischer Lokalfahnen.

-h) Diese mußten nach der festgesetzten Tafelordnung bis spätestens 11 Uhr zum Preise von 2 Fr. 50 per Couvert,1 Flasche Schützenwein inbegriffen, gelöst werden. — In der Zwischenzeit wurde ä I» «arte servirt. Preiskarten für Speiseund Getränke waren überall in der Speisehütte angeschlagen. Redner und Gesangvereine hatten sich beim Präsidenten desZentralkomite oder dessen Stellvertreter zum Vertrag zu melden. Speziell persönliche Toaste waren untersagt.

chch) Die Rednerbühne wurde von dem Festpräsidenten Hr. Dubs mit dem Toaste auf das Vaterland eingeweiht;demselben folgte in franz. Sprache derjenige des Hrn. Reg.-Rath Mgh von Bern auf die Vereinigung der Schweizer allerSprachen und Gauen. Dann trug Hr. Professor Munzinger von Solothurn Gottfried Kellers Gruß an die Bremer Schützen (s. Beilage Nr. 1) vor, worauf Hr. Dr. Engelken aus Bremen antwortete.