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Das Reglement bestimmte, daß an gewöhnlichen Wochentagen das Schießen Morgens 6 Uhrbis Abends 8 Uhr mit Unterbruch von 12 bis 1 Uhr, an den beiden Sonntagen von 1 Uhr Nach-mittags an stattfinden solle. Von den 96 aufgestellten Scheiben*) waren 16 für die 8 Stand-stiche, 50 für die Standkehrscheiben, 4 für die 2 Feldstich- und 26 für Feldkehrscheiben bestimmt.— Die Länge der Schußlinie für die Standscheiben betrug 580 Fuß, für die Feldscheiben 1000Fuß. — Die Durchmesser der Nummernkreise betrugen für die Standstichscheiben 10 Zoll, für dieStandkehrscheiben 2>/z Zoll, für die Feldstichscheiben auf 30 Zoll in 20 Kreise getheilt, für die
Feldkehrscheiben 10 Zoll. — In den Feldkehrscheiben werden jedoch nur diejenigen Nummern ab-
gestochen, welche einen 3 Zoll im Durchmesser haltenden Karton treffen; die weitern Nummernzählen bloß für Prämien.
Es durfte nur von freier Hand und ohne Perspektivabsehen geschossen werden, die Feldstutzerunterlagen einer Kontrole, indem nur ordonnanzmäßige Gewehre, wie sie für den Militärdienst ge-braucht werden, zugelassen wurden. — In jede der Standstichscheiben durfte ein Schütze nur je einen
Schuß thun, in jede der Feldstichscheiben dagegen 2 Schüsse, die Kreise der beiden Schüsse wurdenzusammengezählt; die größte Summe erhielt den ersten Preis u. s. s.
Aus den Standstichscheiben, die Vereinsscheibe „Vaterland" und die „Jndustriescheibe" aus-genommen, kann der gleiche Schütze nur Eine Ehrengabe gewinnen, eine zweite zu einer Ehrengabeberechtigte Nummer wurde auf die nächste Gabe aus der Kasse verwiesen. Auf ähnliche Weise hatteein Schütze bloß Ansprache auf je Eine Ehrengabe aus den beiden Feldstich-, den Standkehr- undFeldkehrscheiben. — Bei gleicher Berechtigung von 2 oder mehr Nummern entscheidet das Loos. Um4 Uhr Abends fand beim Gabentempel die Uebergabe der prächtigen Schützenfahne der FrauenNeumünsters an die Bremer Schützen statt durch Herrn Dr. Zehnder, eine der freundlichsten Szenendes ganzen Festes. Während der trefflichen Ansprache des Redners kam gerade im schönsten Augen-blicke der telegraphische Gruß von den Schützen von Brake in Oldenburg an den Präsidentenvr. Dubs.
Von der auf dem Festplatze und in der Festhütte anwesenden Menge, die überall sich gemüth-lich bewegte, mag man sich einen etwelche» Begriff machen aus der Angabe, daß an diesem erstenhalben Tage über 7000 Maß Bier und gegen 9000 Flaschen Wein verbraucht und daß an 25320Kehrmarken im Stand und 16425 Feldkehrmarken, ferner 219 Doppel für Staudstich und 83 fürFeldstich gelöst wurden.
4. Juli (Montag).
Um 10 Uhr wurden die vereinigten Neuenburgerfahnen empfangen, nämlich die Kantonal-schützengesellschaften von Locke und von Lachauxdefonds, deren Redner, Ständerath Philippin **) denlebhaftesten Beifall fand und von Hrn. Pfarrer Caumont erwiedert wurde.
Um lOi/? Uhr folgte der Aufmarsch der Bündnerschützen, stämmige Mannschaft, zum Theilromanisch, von Julius Caduff eingeführt und von Prokurator Spyri freundlich und ansprechendbegrüßt.
*) Die Namen der Standstichscheiben waren folgende: Vaterland, Jndustriescheibe, Jungfrau, Rigt, Titlis, Pilatus ,Gotthard, Splügen ; diejenigen der Feldstichscheiben Sentts und Glärntsch.
**) Ein Berichterstatter schreibt: „Man muß diese Neuenburger-Benjamine hören, um von Stund' an in sie verliebtzu werden.
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