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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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ES gibt ein stolzes Fürstenwort, daS heißt: vom Fels zum Meer!Dort wird es einst der Völker Hort, wiegt's noch einmal so schwer!Dann ein't ein glückliches GeschlechtVom Firnenrand zum MeeresstrandEin Denken und Ein Recht!

Gruß der Bremer an die Schweizer Schützen am cidg. Schützenfest zu Zürich 1859.

Beilage 2.

Vom fernen Ufer, wo der Nordsee Wogen,Mit Macht erbrausen, kommen wir gezogen.

Zum Lande, wo mit ew'gem Schnee bedecktEmpor der Alpen mächt'ger Kamm sich streckt.Es hat uns starke Sehnsucht Hergetrieben,

Denn hier auch finden froh wir, was wir lieben,Und wie der eigne theure HeimathstrandIst dieser Boden werth unS, und bekannt.

Schon in der Jugend hörten wir die KundeVon Eurem alten, hochberühmten Bunde,

Der, klein zuerst, doch kräft'ger stets erwuchsTrotz aller Hemmung, alles schweren Drucks-Und unser Dichter, welcher den BeginnVon Eurer Freiheit sang mit hohem Sinn,

Hat oft genug zu Thränen uns gerührtUnd hin zu Euer» Bergen uns geführt.

Wir mußten Eurer Vater Tugend achten.

Wir folgten ihnen in die kühnen Schlachten,

Wo sie mit starkem Arm, von Muth entbranntFür Freiheit kämpften und für Vaterland;Mvrgarten, Sempach, Granson, Murten warenUn? liebe Namen schon seit langen Jahren,

Und werth war uns, ob fern wir mochten sein,Der wackern Eidgenossenschaft Gedeihn.

Wenn einer dann in unsern FricdenszeitenSich ließ von seiner Sehnsucht Dränge leitenZu Euer« Bergen, Euern Thalesgründen,

Da mochte wohl sein Busen sich entzündenVor dieser Grüß' und Hohheit, diesem ReizWomit ihm gegenübertrat die Schweiz .

Und über Höhen zog er wie durch Auen,

Nie müde werdend, ringS sich umzuschauen.

Und hatt' er Abends dann am warmen HerdMit Euch in traulichem Gespräch verkehrt,

Dann sprach er wohl mit stillerfreutem SinnSich seinem Lager nahend, vor sich hin:

„Dieß ist ein schöner Punkt doch in der Welt!Dieß ist ein Volk auch, wie eS mir gefällt,

Das noch in alter, biedrer Sitte lebtUnd Thätigkeit und Frohsinn eng verwebt;

Und drohte Drangsal, wie in früh'rer ZeitSo stand' eS seinen Vatern gleich bereit,

In tapferm Kampfe gegen FeindeSschaarenDie Freiheit um den Heimathherd zu wahren."Das war es, was für Euch, für Euer LandSchon lange innig unser Herz empfand.

Zwei Jahre sind'-, da nah'ten wir als Gäste,Wir Bremer Schützen, Euerm schönen Feste,

Und Ihr empfinget uns mit Herzlichkeit,

AIS kenntet Ihr uns schon seit alter Zeit;

Wir waren bald gleich Brüdern Euch vertrautUnd Euer Wort klang uns wie Heimathslaut.Dann sah'n wir Euch an unsrer Weser StrandeUnd immer enger knüpften sich die Bande.

Ihr brachtet, daß sie an den Bund uns mahne,Zum freundlichen Geschenk uns Eure Fahne,

Ihr brachtet unS mit seinem frischen Glanz,

Von Euern Alpenrosen einen Kranz,

Und schön sind unS verbrüderten GenossenDie Stunden wie die Tage hingeflossen.

Nun grüßen wir zum dritten Mal in LustEuch Schweizerbrüder mit bewegter Brust!

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