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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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da der Erziehungsratb keine Abordnung von Seminaristen zur Aushülse auf Schulen mehr gestat-tete, sondern allfällig eintretendem Mangel durch Zusammenzug nahe gelegener Schulen oder durchgeprüfte Schulamtskandidaten abhelfen läßt. — Fleiß und Betragen der beiden ersten Klassen werdenals musterhaft belobt, weniger bei der dritten Klasse. — Der Gesundheitszustand war im Ganzenein erfreulicher. — Die Uebungsschule unter Hrn. Rüegg von Ramsberg verdiente wie bis-anhin alles Lob und leistet für die praktische Bildung der Zöglinge fortwährend wesentliche Dienste.Jeder Zögling mußte während jedes Semesters 8 Tage dieselbe besuchen; im ersten Semester hatderselbe den Lektionen des Lehrers zu folgen, im zweiten mehr lehrend auftreten und zwar zuerst ineinzelnen Lektionen in den verschiedenen Klassen, dann zur Leitung einer ganzen Schulstufe währendeines Lehrganges. — Zum ersten Male seit 1845 wurde wieder ein Ergänzungs- oder Wieder-holungskurs für ältere Lehrer im Seminar veranstaltet, (vom 3. Juni bis 14. September).An demselben nahmen 24 Lehrer theils freiwillig, theils einberufen Theil, dazu noch 2 Auditorenaus dem Kanton Aargau . Der Unterricht wurde in 26 wöchentlichen Stunden ertheilt, wobei dieobligatorischen Lehrmittel zum Grunde gelegt wurden. Der Erfolg und der praktische Nutzen diesesKurses war ein sehr erfreulicher. 8 der Theilnehmer bestanden eine neue Prüfung und erhielten einebessere Note. - Das Konvikt gab zu keiner besondern Bemerkung Anlaß.

1851/52.

Die wöchentliche Stundenzahl betrug in der ersten Klasse 43, in den beiden andern 42. Aufdie landwirthschaftlichen Arbeiten wurden in jeder Klasse 2 Stunden wöchentlich verwendet, aus dasTurnen im Ganzen 4 Stunden. Der Fortgang der Anstalt wird als befriedigend bezeichnet. DaSKonvikt geht seinen ruhigen Gang. Die nicht im Konvikte lebenden Schüler bezahlen wöchentlichin Kosthäusern 5 bis 7 Fr.; doch gehen die Preise allmälig in die Höhe. — Die Uebungs-schule wurde auch in diesem Jahre musterhaft geführt. Der Wiederholungskurs (vom23. Juni bis 11. Oktober) wurde von 23 Lehrern benutzt in 25 wöchentlichen Stunden. 11 Theil-nehmer erwarben sich höhere Noten. An die nicht unbedeutenden Kosten (da die Lehrer ihre Vikareselbst besolden, und außerdem ihr Kostgeld selbst bezahlen mußten) vergütete der Staat1157 Fr. 92 R. n. W.

1852/53.

Die Berichte melden die treue Pflichterfüllung und den Fleiß der Lehrer. Es wird immer mehrdahin gestrebt, die Mannigfaltigkeit der Leistungen der Intensität derselben unterzuordnen. An demErgänzungskurse nahmen 26 ältere Lehrer Antheil (vom 2. Mai bis 24. Heumonat), von 13,welche die Schlußprüfung machten, erhielten 2 die Note l, und 11 die Note II. Die Staatsbei-träge an dieselben belaufen sich aus 1150 Fr. 34 R. Von 22 Zöglingen erhielten 8 bei der Kon-kursprüsung das Fähigkeitszeugniß I. Klasse; 12 das der II. Klasse und 2 dasjenige der III. Klasse.

1853/54.

In diesem Schuljahr unterblieb der Ergänzungskurs. Die Haltung der Zöglinge in Klasse I undIII war musterhaft, in Klasse II sah sich dagegen die Aufsichtskommission bei zwei Zöglingen zumEntzug der Stipendien veranlaßt.

1854/55.

Während des Sommersemesters erhielt der Seminardirektor (Zollinger) Urlaub, während welcherZeit in seinen Fächern der Unterricht durch die Hrn. Grunholzei, Rüegg und Stiesel versehen wurde.

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