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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten des Kantons Zürich 1850 bis 1860 / von G. v. Escher
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Zustande, doch war der Erziehungsrath wiederholt genöthigt, zu dem Mittel zu greifen, daß einzelnenSchulgenosienschaften ein letzter Termin zur Ausführung der gesetzlichen Obliegenheiten gestellt werdenmußte. Die größere Zahl der Lehrer erhielten mit Hinsicht auf Berufsthätigkeit und sittlichesBetragen günstige Zeugnisse.

1851/52.

Neue Lehrstellen entstanden in Hottingen, Unterstraß, Adlisweil, Rüschlikon , Wädensweil,Erlenbach und Rafz. — Die Realschule rückt ihrem Ziele ebenfalls näher. Dagegen bleibt dieRepetirschule noch weit hinter den an sie gestellten Anforderungen zurück. Don Lehrmittelnwurde das Spruch- und Liederbüchlein für Schule und Haus entfernt; dagegen neu eingeführt:»methodisch gegliederte Rechnungsaufgabensammlung von Hug", und »Zeichnungsvorlagcn vonLehman." Jugendbibliotheken werden nur von den Bezirksschulpflegen Zürich und Horgen in ihren Berichten erwähnt. Ueber die Disziplin wird hie und da geklagt. — Die Verordnungüber die Beschäftigung der Kinder in Fabriken erleidet im Allgemeinen nur wenig Ueber-tretungen. — Die Schullokale nähern sich dem gewünschten Ziele. Wenn gleich die Zeugnisseüber die Lehrer im Allgemeinen günstig lauteten, so gab das sittliche Verhalten viele Veranlassungzu ernsten Mahnungen von Seite der Behörden.

Behufs einer Revision der gesammten Volksschulgesetzgebung hat der Erziehungsrath eine zahl-reiche Kommission von Experten ernannt, und dieselbe mit der Beantwortung einer Reihe aus dieOrganisation der Volksschule bezüglicher, genau formulirter Fragen beauftragt.

1852/53.

In Woüishosen, Außersihl, Hinweil und Töß sind neue Lehrstellen entstanden. Staatsbeiträgewegen Schulhausbauten erhielten: Buchenegg-Dägerst (Schulkreis Stallikon) 2340 Fr. n. W-,Rüschlikon 2500 Fr., Tanne (Schulkr. Bäretsweil) 1500 Fr., Boden (Fischenthal ) 350 Fr.,Hinweil 2200 Fr. — Don den weiblichen Arbeitsschulen mußten einige wegen Mangel an öko-nomischer Unterstützung wieder eingehen. Die Verordnung über die Beschäftigung der Kinder inden Fabriken fand hin und wieder nicht nur bei den Eltern, sondern auch bei den FabrikherrnWiderstand, so daß speziellere Maßregeln ergriffen werden mußten.

1853/54.

Für Schulhausbauten erhielten Staatsbeiträge: Arn (Schulkr. Horgen ) 2100 Fr., Güntis-berg (Schulkr. Wald) 1060 Fr.; Tanne (Bäretsweil) 800 Fr. letzte Rate; NiederusterFr. 1350.Ludetsw eil-Mad etsweil (Russikon ) 1560 Fr., Unterstamm heim 2550 Fr., Diet-likon 2100 Fr., Regensdorf 1650 Fr. Bezüglich auf den Lehrplan scheint man allmäligzu der Ueberzeugung zu gelangen, daß der Lehrstoff für die sechs Jahre der Alltagsschule (v. 6tenbis 12ten Altersjahr) allzusehr angehäuft worden sei, als daß er von den Schülern zu bleibendemEigenthum verarbeitet werden könnte. Bezüglich auf die Disziplin sind Fälle vorgekommen, wofür Schüler, die sich durch Lügen und Stehlen ausgezeichnet hatten, in einer Gemeinde ein eigenesSchulgefängniß eingerichtet werden mußte. — An neuen Lehrmitteln ist dasjenige in der Geo-metrie hinzugekommen. Die Singschulen leisten Erfreuliches und das vom Erziehungsrath em-pfohlene Singheft fand überall freundliche Ausnahme.

1854/55.

In diesem Schuljahre traten Kinderkrankheiten häufig störend aus. Durch die Vereinigung